Arenario 2015

DOC Maremma, Poggio Cagnano
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2015
Preis: CHF 37.70
Bezugsquelle: Siebe Dupf Weine
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Siebe Dupf Weine
Freudiger: Klassisches Bx-Rot mit leicht aufhellenden Reflexen. Verhaltene, dunkelfruchtige Nase. Im Mund explodiert eine wundervolle Kombination von bordelaiser Eleganz und toskanischer Sinnlichkeit. Kräuter, Lakritze, Brombeeren, dazu aber noch sehr viele Holznoten: Kaffee, Toast. So stellt man sich einen Supertoskaner vor, auch wenn es derzeit noch ein «ungestümer Jungspund» ist, wie Mitdegustator Zapfenzieher meinte.
Gesamturteil: Unangestrengte Maremma mit Wow-Faktor; Potenzial für 18/20.
Kaletsch: Dunkles Purpur. Sehr würzige Nase mit Frucht und Barriquenoten im Stile bekannter Supertoskaner, leicht alkoholisch. Am Gaumen breitschultrig und holzbetont, noch sehr unter dem Eindruck der Gerbstoffe. Lässt aber Eleganz erkennen und erste Reifenoten erahnen. Zweifellos ein grosser, komplexer Wein, der aber noch einige Jahre reifen muss.
Gesamturteil: Rarer Tropfen mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis: 17 (Potenzial 18,5/20).
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

L'incontro 2014

Dezi, IGT Marche
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Sangiovese, Montepulciano
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 16.90
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 5/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Dunkles Rubin mit leicht aufhellendem Rand. Tiefe Kirschnase mit Klängen von sonnengetrockneten Kräutern. Einlullend süsslicher Auftakt, dann jedoch unerwartete Ecken und Kanten, die sich noch abschleifen dürften. Im langen, gerbstoffreichen Abgang zeigt sich eine nicht uncharmante Bitternote, auch leicht adstringierend. Jetzt schon ein schöner Spaghettiwein, braucht aber noch ein wenig Zeit.
Gesamturteil: Preis-Leistungs-Held für Italienfreaks: 16/20
Kaletsch: Mittelhelles Purpur mit orangen Rändern. Gerbstoffbetonte Nase mit Frucht und ersten Tertiäraromen (Leder, Kräuter und Bouillon). Am Gaumen eine intensive Aromatik. Sehr präsente, nervige Säure und eine beeindruckende Länge bei deutlich spürbaren Tanninen, die zu einem leicht herben Abgang führen. Echte Italianità und ein toller Essensbegleiter für wenig Geld!
Gesamturteil: Kein Easydrinking: 16,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Cos d'Estournel 1988

Château Cos d'Estournel, St-Estèphe AOC, 2ième Cru classé,
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot
Jahrgang: 1988
Preis: Ca. CHF 120.– (Normalformat)
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Gereiftes Rot mit besorgniserregenden Braunreflexen. Dann aber schon in der Nase der Eindruck von frischer Präsenz, gereift zwar, aber auch einnehmend mit einem Hauch von Peperoni. Am Gaumen zeigen sich Kaffee- und Lakritznoten, auch Leder. Dahinter lauert jedoch eine noch sehr vife Brombeer- und Pflaumenmarmelade-Frucht. Elegant, seidig, relaxed, souverän. Ganz grosses und sehr zugängliches Bordeaux-Kino.
Gesamturteil: Ready to drink! 18,5/20
Kaletsch: Mittleres, ins Orange-Braune ziehendes Rubinrot mit hellen Rändern. In der Nase beeindruckende St-Estèphe-Typizität mit Aromen nach Zedernholz, Leder, Tabak und Bouillon, aber wenig Frucht und minimalen oxidativen Anflügen. Am Gaumen dann voll da: extraktreich, breit und ausladend bei traumhafter Eleganz und Länge und allerhöchstem Genussfaktor. Befindet sich auf dem absoluten Peak – und das nach 31 Jahren in der Schöppli-Flasche!
Gesamturteil: Abschalten und geniessen: 19–/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Unter der Linde weiss 2016

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern, Aarau AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Sauvignon Blanc, 45% Sémillon, 5% Muscadelle
Jahrgang: 2016
Preis: CHF 23.–
Degustiert: 5/2019, eingereicht vom Weingut zur Linde
Freudiger: Helles Stroh. Zarte, eher florale, sehr gefällige Nase. Am Gaumen viel Substanz und Tiefe, breitet sich sofort wuchtig aus. Schöne, gelbfruchtige Noten, wiederum blumig und ungemein frisch. Langer Abgang mit einer zarten Bitternote. Der Sauvignon Blanc ist deutlich spürbar mit grünen, aber sehr angenehmen Noten, auch etwas Stachelbeere. Tolle Säure, welche mit einer charmanten Cremigkeit einhergeht. Entwickelt sich im Glas, die Frucht kommt zunehmend zur Geltung. Langer Abgang.
Gesamturteil: Wesentlich mehr als ein Apérowein: 16,5/20
Kaletsch: Helles Gelb mit minimalen Roséreflexen. Frische Nase im Sauvignon Blanc-Stil: Zitrus- und Holundernoten, grasig, kaum spürbarer Holzeinsatz. Am Gaumen ebenfalls frisch und sehr klassisch: der perfekte Säureeinsatz verleiht dem Wein ein tolles Rückgrat und eine beeindruckende Länge. Sémillon und Muscadelle sorgen für die ersten Reifearomen. Ein schlanker Klassewein von internationaler Prägung (Entre deux Mers).
Gesamturteil: Ein exzellent gelungener Jahrgang: 17,5/20
https://vvwine.ch/2019/06/unter-der-linde-in-lengnau/
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Blaufränkisch Goldberg 2015

DAC Burgenland, Weingut Ernst
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Blaufränkisch
Jahrgang: 2015
Preis: CHF 29.70
Bezugsquelle:

Siebe Dupf Weine

Degustiert: 5/2019
Freudiger: Rubin mit Purpurreflexen. Riecht sehr frisch mit floralen Noten (Veilchen, Margritli) sowie hellen Steinfrüchten. Am Gaumen kirschfruchtig, eher von schlanker, femininer Statur aber gleichzeitig etwas rustikal und ruppig – typisch für einen jungen Blaufränkisch. Auch im Abgang noch unzugänglich, mit Bitternoten. Öffnet sich nach dem Dekantieren und fleissigem Glasschwenken zusehends.
Gesamturteil: Braucht Geduld; Potenzial für 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit violettem Schimmer und helleren Rändern. In der Nase wunderbare Toastingnoten mit Kaffee, viel schwarzbeeriger Frucht und floralen Aromen. Am Gaumen noch sehr gerbstofflastig, breit und kräftig. Zeigt aber bereits eine erste schöne Reifesüsse. Tolle Struktur, braucht aber definitiv viel Belüftung und am besten noch einige Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Überzeugender Blaufränkisch aus einem Spitzenjahr: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

The Factor 2004

Barossa Valley, Torbreck Vintners
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Shiraz
Jahrgang: 2004
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 5/19
Freudiger: Blindprobe: Dunkles, leicht müdes Ziegelrot. Intensive aber irritierende Nase: zwar Minze und Schokolade, aber dazu auch staubige Kellernoten und nasser Hund. Unergründliche, massiv eingekochte Noten am Gaumen: ein überextrahierter Bordeauxblend exotischer Herkunft? Ein Experiment aus dem Libanon? Überalterter Zinfandel? Ein Amarone-Versuch aus Übersee? Nein, ein Top-Shiraz aus Australien – nie im Leben hätte ich das erkannt. Im Abgang für meine Begriffe viel zu süss.
Gesamturteil: Sicher gekonnt gemacht, aber überhaupt nicht mein Ding: 15/20
Kaletsch: Tiefdunkles Rubinrot. Traumhaft opulente, überreife Fruchtnase mit Minze und Vanille, dazu erste medizinale Tertiäraromen. Am Gaumen sehr konzentriert und extrahiert, würzig und mit einer überwältigenden Struktur: filigrane Tannine, die von frischer Säure gestützt werden, und eine betörende Frucht- und Extraktsüsse. Ein Parker-Wein (97 Punkte), der fraglos polarisiert. I like!
Gesamturteil: Australischer Shiraz der Spitzenklasse: 19/20
https://vvwine.ch/2019/06/punkte-kann-man-nicht-trinken/
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Chant des Vignes 2017

Domaine Cauhapé, AOC Jurançon sec
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 60% Gros Manseng, 40% Camaralet
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 18.50
Bezugsquelle:

La Passion du Vin: Jahrgang 2018 und Magnum 2017

Degustiert: 5/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Recht intensives Gelb. Gelbfruchtig-blumige Düfte. Intensiver Auftakt mit schöner Fruchtsüsse, jedoch knochentrocken. Zitronen- und Grapefruitklänge, sehr druckvoll, cremig. Dazu eine mehr als knackige Säure, die nach Krustentieren schreit, dürfte aber auch Weichkäse hervorragend inszenieren. Erinnert an einen Entre-deux-mers. Nichts für Zuckerschwänzchenfreunde.
Gesamturteil: Wers richtig, richtig trocken mag, wird Spass haben: 16-/20
Kaletsch: Mittelhelles Strohgelb. Sehr aromatische Nase, die an einen Sauvignon Blanc erinnert. Auch am Gaumen eine intensive Aromatik: Holundernoten, Grapefruit und grasige Eindrücke. Sehr spitze Säure. Kompromisslos und ultratrocken vinifiziert. Ein Apérowein, wie er im Buch steht. Könnte mit seiner markanten Säure auch einem Currygericht die Stange halten.
Gesamturteil: Weisswein für Fortgeschrittene: 16+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Red Domus 2016

Vignerons Catalans, Côtes du Roussillon Villages AOP
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Syrah, Grenache
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 14.–
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Die Vignerons Catalans sind ein Zusammenschluss von rund 1000 (!) Winzerinnen und Winzern, die rund 10'000 Hektaren (!) bewirtschaften und vorwiegend Weine im Billigsektor produzieren. Der Red Domus mit viel Toasting, sehr viel Frucht, etwas Pfeffer und stoffiger Opulenz. Dabei durchaus gut strukturiert, nicht zu üppig. Die Gerbstoffe dürften ihn sogar noch etwas zulegen lassen. Moderner, gekonnt gemachter Spasswein für sehr wenig Geld.
Gesamturteil: Unkompliziertes katalanisches Trinkvergnügen: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Umwerfende Nase mit Reifenoten, Frucht und leichten Röstaromen vom zurückhaltenden Holzeinsatz. Am Gaumen fruchtig und mundfüllend, aber noch ziemlich gerbstofflastig. Die Länge und die Eleganz gehen diesem professionell vinifizierten Wein etwas ab.
Gesamturteil: Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pinot Noir Unter der Linde 2013

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern, Grand Cru Aarau AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Michel Jaussi
Freudiger: Tiefes, ins Granat spielendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Herrliche Nase mit burgundischen Qualitäten, schwarze Schokolade, Kaffee, dunkle Waldfrüchte. Am Gaumen ausserordentlich komplex, viel Struktur, wirkt muskulös. Wunderschöne, voll ausgereifte Frucht, dabei nie aufdringlich. Leichter Rosinen-Touch, etwas Rumtopf, aber dank der tragenden Säure gleichzeitig sehr erfrischend. Macht jetzt schon Spass, hat aber noch Reserven für sicher fünf Jahre.
Gesamturteil: So stellt man sich einen Schweizer top Pinot Noir vor: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit helleren Rändern. Verführerische Pinot-Nase mit Röstaromen vom Barrique-Einsatz, viel Beerenfrucht (leicht rosinig) und ersten Anflügen von Reifetönen. Auch am Gaumen ganz im Stil eines guten Burgunders: schlank, elegant und mit toller Balance. Verfügt trotz zurückhaltender Säure über eine beachtliche Länge. Gut spürbare, aber nie störende Tannine und eine traumhafte Extraktsüsse. Degustiert gemeinsam mit Adrian van Velsen von vwine, der in seinem Blog (siehe Link) den gesamten Flight bespricht.
Gesamturteil: Ganz am Anfang seiner Trinkreife: 18+/20
https://vvwine.ch/2019/06/unter-der-linde-in-lengnau
Kommentar schreiben (1 Kommentar)

Fidenzio 2006

Podere San Luigi, Val di Cornia Fidenzio, Toscana IGT
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. In der Nase Italien pur mit sehr viel Liebstöckel, leicht anoxidiert. Im Gaumen hingegen recht breitschultrig und frisch. Gewisse Altersnoten sind da, auch viel dunkle Kirschfrucht und einiges an Kraft. Daneben aber fast brutale Gerbstoffe. Werden sie sich noch einbinden? Entwickelt sich im Glas; unbedingt dekantieren. Ein Wein, dessen weitere Entwicklung schwierig einzuschätzen ist.
Gesamturteil: Bordeaux-Blend und trotzdem viel Italianità – Bolgheri eben: 17/20
Kaletsch: Dunkles und dichtes Purpur. Nach dem Öffnen eine oxidativ-animalische Nase mit einem Hauch von Zedernholz und roten Früchten, am Gaumen viel Power und markante Gerbstoffe, scheinbar weit von seiner besten Trinkreife entfernt. Gewinnt aber mit Belüftung extrem: Am Schluss des Abends ein genialer jugendlicher Genusswein im Stile grosser Super Tuscans.
Gesamturteil: Ein Supertoskaner, der auch beim Geniessen Zeit braucht: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pi Not Noir 2017

Blanc de Noirs, VdP Nordwestschweiz, Siebe Dupf Kellerei
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 23.50
Bezugsquelle: SiebeDupf Weine
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Ins Kupfer spielendes Gelb. Sehr intensive, würzige Nase mit Waldfrüchten. Wuchtiger Auftritt, breite, mundfüllende Frucht. Gut strukturiert mit viel Würze, fast bouillonartig, aber auch viel Holz. Mit der Zeit zeigen sich Kernfrüchte. Die Traubensorte für mich nicht erkennbar aber sicher ein fulminanter Essensbegleiter.
Gesamturteil: Weiss vinifizierter Pinot von internationalem Format: 16,5/20
Kaletsch: Helles Gelb mit leichtem Lachsrosé-Einschlag im Stile eines Oeil-de-Perdrix. Traumhaft opulentes Bouquet mit Frucht, Barriquenoten und etwas Hefe. Am Gaumen breit, mit intensiver Aromatik und schön stützender, aber eleganter Säure. Wirkt filigran und weich, ist aber gleichzeitig sehr lang und ausladend.
Gesamturteil: Beeindruckendes Winemaking aus dem Baselbiet: 17+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Amigne de Vétroz 2017

AOC Valais, Jean-René Germanier
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Amigne
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 3/2019
Freudiger: Recht sattes Gelb. Duft nach Honigaprikosen. Öffnet sich zusehends; es kommen Zitrusnoten dazu. Hohe Restsüsse, die mundfüllend und üppig wirkt. Wirkt weich, aber etwas schwerfällig. Wiederum Aprikose und überreife Ananas. Die Säure mag ein bisschen Paroli bieten, kommt aber nicht an. Eher kurzer Abgang, doch es bleibt der Eindruck von zu buttriger Plumpheit. Der Wein hat sich noch nicht gefunden.
Gesamturteil: Ganz gut gemacht, aber was möchte der Winzer da eigentlich? 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Gelb. Üppiges Bouquet mit buttriger Frucht und Aromen nach überreifen Melonen, Büchsenpfirsich und Büchsenananas. Deutliche Restsüsse, die der Markierung auf der Flasche entspricht (2 von 3 Bienen), aber auch eine schön stützende, deutlich spürbare Säure, die dem Ganzen Balance verleiht. Genusswein ohne grosse Ansprüche.
Gesamturteil: Gefälliges Easy drinking: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pythagora 2014

Galilea by Fiona, Montsant DO, René Barbier, Figuera
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Garnatxa (Grenache)
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 39.–
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 3/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Durchscheinendes aber kerniges Granat. Dunkles, geheimnisvolles, animalisches Bouquet mit Ledernoten. Massiver Auftakt mit Wagenladungen von dunklen Früchten und wiederum Tertiäraromen. Gleichzeitig ist das Holz schon erstaunlich gut eingebunden. Lässt die Muskeln spielen, aber sie sind von Samt umspannt. Oder ist es doch ein Superman-Dress? Power und Finesse. Gerbstoffe rollen prächtig, lassen auf einige Jahre bis zur optimalen Trinkreife schliessen. Der Wein macht von Minute zu Minute auf.
Gesamturteil: Schon jetzt ein Spasswein, aber da kommt noch was: Potenzial für mindestens 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit Rostschimmern. Erstaunlich reifes und würziges Bouquet mit schön eingebetteten Holznoten und ersten Tertiäraromen (Leder). Am Gaumen breit, mit sehr viel Extrakt und wuchtigen Gerbstoffen. Ein echter Powerwein, der viel Luft braucht und am besten mindestens fünf Jahre gelagert wird. Stammt aus alten Reben. Ein tolles Projekt des ehemaligen Bieler Weinhändlers Roland Fischer und seiner Tochter Fiona, das von Winemaker René Barbier unterstützt wird.
Gesamturteil: Sehr viel Wein für relativ wenig Geld: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Puro Torrontés 2016

Certified Organic Wine, Dieter Meier
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Torrontés
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 3/2019
Freudiger: Strohgelb mit Grünreflexen. Diskrete, recht eigenständige Nase, etwas Frucht und etwas Stall. Fulminanter Auftritt mit markanter Fruchtsüsse und prägnanter, etwas zu heftiger Säure. Zitrusnoten und gelbe, leicht unreife Pfirsich. Knochentrocken. Durchaus strukturiert, aber weder reintönig noch harmonisch. Langer, etwas hässiger Abgang mit leichter Bitternote. Die Traubenqualität hat wohl nicht ganz mit der Vinifikation mitgehalten. Nicht mein Ding.
Gesamturteil: Allenfalls sehr stark gekühlt im Hochsommer: 14/20
Kaletsch: Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. Opulente Fruchtnase, die typisch ist für diese aromatische Traubensorte. Am Gaumen fehlt die für Torrontés-Weine charakteristische Süsse fast komplett: sehr trocken vinifiziert, schlank und erstaunlich lang. Klassisch und mit hohen Ambitionen ausgebaut, schönes Säurespiel, aber letztlich etwas zu streng geraten.
Gesamturteil: Alles andere als ein leicht zugänglicher Genusswein: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Château Léoville-Barton 2009

AOC St–Julien, 2e Cru Classé
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 5% Cabernet Franc
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 150.–, eingereicht von Martin Spycher
Degustiert: 3/2019
Freudiger: In sich ruhendes Bordeauxrot. Verhaltene, hintergründige aber typische Bordeaux-Nase mit viel Brombeere und Cassis. Cremiger, samtener, aristokratischer Trinkfluss. Gigantische Power mit seidenfeiner Eleganz. Erneut dunkelfruchtig, etwas Dörrpflaume, dazu Minze. Dahinter verbergen sich Kaffee-, Karamell- und Vanillenoten. Gegen Schluss ein dramatischer Gerbstoffauftritt, der Jungbordeauxtrinker wie mich ganz einfach Lügen straft.
Gesamturteil: Warten. Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Klassische St-Julien-Nase mit Zedernholz, Graphit, Frucht und ersten animalischen Anflügen. Am Gaumen noch sehr unter dem Eindruck der Tannine, doch dahinter lässt sich die überragende Struktur erahnen. Erste Aromen von Menthol, Ledersattel und Tabak. Fraglos ein grosser Wein mit gewaltigem Potenzial, der seine beste Genussreife noch weit vor sich hat.
Gesamturteil: Vin de garde: Geduld zahlt sich aus! 17,5/20 (Potenzial 18,5)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Servigliano P. 2016

Marche Bianco, DOC Falerio Pecorino, Fattoria Dezi, Servigliano
Rubrik: Klassewein
Trauben: 100% Pecorino
Jahrgang: 2016
Preis: CHF 22.–
Bezugsquelle: La passion du vin
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Schönes Goldgelb mit grünen Reflexen. Ungewohnte, aber spannende Nase mit Schiefernoten und Apfelkuchen. Am Gaumen viel Tiefgang mit fast unergründlichen Fruchtnoten: Sind es eher Stein- oder Kernfrüchte? Mit der Zeit zeigt sich immer deutlicher Quitte. Der Wein ist gut strukturiert, straff und bietet einen extrem guten Trinkfluss, bei sehr erfrischender Säure. Erfreulicher Abgang mit langanhaltenden, an Schwarztee erinnernden Noten. Mit Sicherheit ein toller Essensbegleiter!
Gesamturteil: Spannender Weisswein mit guter Balance: 16/20
Kaletsch: Helles Honiggelb, das leicht ins Grünbräunliche kippt. Aufregend exotische Nase mit oxidativem Touch, Rost und Noten von Tee, die an einen Natural Wine erinnert. Am Gaumen eine schöne Frische und eine exzellente Balance. Die Säure ist gut spürbar, aber nicht störend. Eher schlank und von mittlerer Länge. Beeindruckende Aromatik und Intensität, die vermutlich von der Spontangärung kommt.
Gesamturteil: Eigenwilliges, erfrischendes Weinerlebnis: 16/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Lagrein 2017

DOC Alto Adige, Obermoser, Bolzano
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Lagrein
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 26.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Erstaunlich düsteres Purpur. Geile Nase, mit ausserordentlich frischen, hellen (!) Kirschen und Marzipanklängen. Kindheitserinnerungen an Biberfladen. Im Mund bietet eine quicklebendige, frische, fast bonbonartige Primärfrucht übermütige Jugendlichkeit. Im Abgang wirkt der Wein wesentlich ernsthafter. Sicher nicht jedermanns Geschmack und in der Lagerfähigkeit schwierig zu beurteilen.
Gesamturteil: Frisch von der Südtiroler Leber weg: 16/20
Kaletsch: Dunkles, am Rand ins Violett kippendes Rubin. Äusserst frische Nase mit viel primärer Frucht. Auch am Gaumen frisch und eigenwillig mit diskreten, gut eingebundenen Holztönen. Erinnert in seiner Aromatik überraschenderweise an gute Sforzato-Weine. Mittlere Länge, markante Säure und herbe Tannine. Kompromisslos vinifiziert!
Gesamturteil: Charaktervoller, rustikaler Wein: 16+/20 (Potenzial 17/20)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Gewurztraminer Vendages Tardives 2007

AC Alsace, Louis Sipp, Ribeauville
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Gewürztraminer
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Dunkles Kupfer. Massive Süssweinnase mit Honig, Sultaninen und Aprikosen noch und noch. Der gesamte Eindruck wiederholt sich am Gaumen. Der Wein ist betörend von Anfang bis Ende. Die Restsüsse ist natürlich hoch, aber der Wein wirkt durchaus elegant und flutscht einlullend über die Zunge. Keine Sortentypizität erkennbar. Weckt dafür Lust auf Foie Gras. Oder doch lieber eine Tarte Tatin? Trinkreif, vielleicht sich schon dem Ende zuneigend.
Gesamturteil: Ein ziemlich eindrückliches Elsass-Erlebnis: 18/20
Kaletsch: Honiggelb mit braun-orangen Reflexen. Traumhaft opulente Botrytis-Nase mit Aprikosen und Litschis. Auch am Gaumen sehr aprikosig, schlank und weit weg von anderen mastigen Spätlese-Vertretern. Perfekte Balance zwischen Säure und Süsse, perfekte Genussreife. Ein richtig – excusez l’expression – geiler Süsswein.
Gesamturteil: Shut up and drink: 18,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Gualdo del Re 2008

DOC Val di Cornia Suvereto Sangiovese, Az. Agr. Gualdo del Re, Suvereto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Recht dunkles Rubin für Sangiovese. Gewaltige Fruchtnase mit viel schwarzer Kirsche, eher an Übersee erinnernd; lässt etwas Breites, Opulentes erwarten. Dann jedoch ein eher schlanker Körper. Am Gaumen typisch Toskana und bisweilen eine Ahnung von Supertuscan. Soviel man weiss, sind aber keine Bordeaux-Sorten im Spiel. Eher wenig Frucht. Dafür schön würzig, aber auch (und immer noch!) sehr barriquelastig. Recht harsche, etwas unreif wirkende Tannine. Unbedingt dekantieren, als Essensbegleiter bereits ready.
Gesamturteil: Ein Spaghetti- oder Lasagnewein im allerbesten Sinn des Wortes: 17/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Traumhafte Nase mit Barrique-Röstnoten, Zedernholz und konzentrierter, überreifer Frucht ganz im Stil eines Supertoskaners. Am Gaumen schlanker und nerviger als erwartet: schöne Struktur, klare Säure und viel Tannin. Das Holz dominiert derzeit noch, und die Aromen erinnern an eine lackierte Holztruhe. Diskrepanz zwischen dem üppig-berauschenden Bouquet und dem Gaumen.
Gesamturteil: Definitiv ein Essensbegleiter: 16,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Laurona Reserva Limitada 2008

DO Montsant, René Barbier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Grenache, Syrah, Carignan, Cabernet Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 2008
Preis: CHF 29.–
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 3/2019
Freudiger: Dunkles Rubin ohne Reifetöne. Sehr vielschichtiges, ausgewogenes, ruhiges Bouquet. Auftakt mit betörender Fruchtüsse. Sehr geschliffenes Mundgefühl, eine nach allen Regeln der Kunst aufgebrezelte Lady. Dabei durchaus charmant und sehr, sehr zugänglich: everybody’s darling. Ein bisschen gemacht, aber gekonnt, durchaus mit Klasse. Ausserordentlich harmonisch und in sich ruhend. Indes vermisst man fast ein bisschen Ecken und Kanten. Perfekte Trinkreife ist erreicht.
Gesamturteil: Ein phänomenales Preis-Leistungs-Verhältnis: 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit wenigen ziegelroten Schimmern. In der Nase eine breite Aromatik im Bordeaux-Stil mit ersten animalischen Anflügen (Leder, Tabak). Am Gaumen eine markante, fast schon aufdringliche Reifesüsse. Perfekt ausbalanciert, mit gut stützender Säure, wunderbarer Aromatik, feinen Tanninen und beeindruckender Länge. Ein Genusswein, hinter dem ein Meister der Vinifikation steckt.
Gesamturteil: Fast zu schön, um wahr zu sein: –18/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

textatelier.ch | Weinchecker | Elfenaustr. 5 | 2502 Biel | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!