Châteauneuf-du-Pape Barbe Rac 1998

Michel Chapoutier, Appellation Châteauneuf Contrôlée, Côtes du Rhône, Tain l’Hermitage
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Grenache
Jahrgang: 1998
Preis: Ca. CHF 120.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Erstaunlich frisches Rot mit aufhellendem Rand. In der Nase Pflaumenkompott, etwas Wald, Altersnoten. Am Gaumen extreme Rosinen-Süsse. Noch gut strukturiert, präsente Säure, angenehme Textur. Nach etwas Belüftung eine Wahnsinns-Frucht-Kräuter-Orgie. Nach wie vor einige Gerbstoffe vorhanden. Ganz am Schluss noch einmal eine Ladung Lakritze, Kaffee und Kräuter. Perfekter Essensbegleiter; insgesamt verliert der Wein jedoch an Spannung. Deshalb, trotz seiner legendären Lagerfähigkeit: austrinken.
Gesamturteil: Ein eindrückliches Ch9dP-Erlebnis: 18,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Ziegelrot mit Orange-Schimmern. Rosinige und kräuterige Nase, die an einen reifen Amarone erinnert. Am Gaumen traumhaft: Extrem lang, viel Extrakt, erste Reifearomen und eine wunderbare, ätherische Fruchtsüsse, die sogar Giuseppe Quintarelli und Larry Turley zum Staunen bringen würde. Perfekte Trinkreife! Ein ganz grosser Wein!
Gesamturteil: Wehe, wenn Chapoutiers Weine trinkreif sind: 19/20
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Maastricht Auxerrois 2016

Hoeve Nekum, Jekerdal Maastricht, Limburgse Landwijn, Beschermde Geografische Anduiding Limburg
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Auxerrois
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 12.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Zartes Altgelb. Diskrete aber feinfruchtige Nase mit etwas Pfirsich. Leider zuviel Restsüsse. Dahinter aber eine sehr gefällige Frucht mit Aprikose und weissen Kirschen, auch Anklänge von Kräuterhonig. Etwas Kohlensäure. Durchaus Struktur, in der Mitte fast opulent und recht vielschichtig, aber die Säure kommt zu kurz. Nettes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aus den Niederlanden wird noch mehr kommen!
Gesamturteil: Schade, dass man sich hier von deutscher Zuckerschwänzchenseeligkeit hat anstecken lassen: 15/20
Kaletsch: Sehr helles Gelb mit leichten Rosareflexen. In der Nase überwältigend fruchtige Aromatik, an Uva Americana erinnernd (Gummibärchen). Am Gaumen Frucht, eher wenig Säure und etwas viel Restsüsse, relativ kurz. Sehr gefällig vinifiziert. Easy drinking für Einsteiger zu einem fairen Preis!
Gesamturteil: Ein Crowd Pleaser ohne grosse Ansprüche: 15/20
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Les Rissieux 2012

Neuchâtel AOC, Domaine de la Rochette, Jacques Tatasciore, Cressier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 75.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel funkelndes Rubin. Duft nach Erdbeergelee und Kräutern am Wegrand nach einem Sommerregen. Begleitet von ebenso prägnanten wie perfekten Holznoten. Auch der Gaumen ist geprägt vom Neuholz. Viel Holz. Für mich zu viel Holz. Darunter lodert aber ein dichtes, intensives Pinot-Feuer, ausserordentlich dicht gewoben, komplex mit schwarzen Kirschen. Könnte in einigen Jahren grossartig sein, ich sehe Potenzial für 18 Punkte, wenn nicht mehr – falls sich die Barriquenoten tatsächlich einfügen.
Gesamturteil: Im aktuellen Zustand nur für Biber und andere Eichenraspler: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot, eher dunkel für einen Pinot Noir. Opulente Nase mit Frucht und viel Eichenholzwürze. Am Gaumen breite Aromatik, viel Frucht, viel Extrakt und feine Tannine. Ein exzellenter Pinot im Barrique-Stil schweizerischer Prägung, perfekt ausgewogen und mit grosser Lagerfähigkeit. Ein rarer Tropfen eines Winzers mit Weltklasseniveau.
Gesamturteil: Für Liebhaber von Barrique-Pinots: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Corton-Perrières 2008

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Helles Granat mit leichten Braunreflexen. Geruch nach Kuhstall und nassem Hund, nach Belüftung Brombeeren und Erdbeergelee. Klassischer Pinot-Noir-Gaumen. Eher bescheiden strukturiert und leichtgewichtig aber durchaus mehrdimensional. Leider kaum Frucht. Sehr trocken, adstringierend. Abgang würzig, mittellang. Schwierige Phase? Kommt noch was? In fünf Jahren nochmal probieren; aber für dieses Geld bekommt man wesentlich gehaltvollere Pinots aus der Schweiz und Deutschland.
Gesamturteil: Für einen Grand Cru dieser Lage enttäuschend: 15/20
Kaletsch: Helles Granatrot mit bereits leichtem Orange-Einschlag. Zurückhaltende Nase mit atypisch wenig Frucht (wo sind die roten Beeren?), leicht ausgetrocknet, animalisch und rostig wirkend. Am Gaumen dann klar als Pinot erkennbar: schöne Struktur, genügend Säure und noch gut spürbare Tannine, aber für einen Grand Cru doch überraschend wenig Extrakt. Befindet sich entweder in einer reduktiven Phase, oder das Traubengut war nicht erstklassig.
Gesamturteil: 17-/20
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Kung Fu Girl 2016

Charles Smith Wines, Riesling Columbia Valley Washington State
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Riesling
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Zartes Hellgelb. Gummischlauch-Nase. Hohe Restsüsse, die aber durch eine knackige Säure gut aufgefangen wird. Im Mund zeigen sich Petrolnoten, dazu weisser Pfirsich, etwas Grapefruit sowie herrliche Schiefertöne. Druckvoll. Charmanter Abgang. Trinkfluss ohne Ende. Blind hätte ich das für einen vielleicht achtjährigen Rheingau-Kabinett gehalten.
Gesamturteil: Ein Ami-Riesling zum Wegsaufen: 16/20
Kaletsch: Helles Gelb mit grünlichen Schimmern. In der Nase üppige Frucht und die Aromatik eines gereiften Rieslings: Gummi und Petrol. Am Gaumen breit, wunderbares Säure-Süsse-Spiel in perfekter Balance und beachtliche Länge. Hoher Alkoholgehalt für einen Riesling mit dieser Süsse (12%). Keine Frage: Charles Smith ist ein Meister seines Fachs. Ein echter Trinkspass!
Gesamturteil: Viel Wein für wenig Geld: ein absoluter Best Buy: 17,5/20
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Big Red Beast 2017

Côtes Catalanes IGP, les Celliers Jean d'Alibert
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Alicante Bouschet, Merlot, Grenache Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah, Pinot Noir, Malbec, Cabernet Franc, Carignan
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel schimmerndes Rot. Im Bouquet süsse, kandierte Früchte, eingemachte, eingedampfte, assugrin-gesüsste, künstliche Himbeeren. Lässt an Panettone denken (Zitat Zapfenzieher). Auch am Gaumen gewaltige, aber künstlich wirkende Fruchtsüsse, much too much, dies bei wenig Struktur und kaum vorhandenem Abgang. Hier wurde zu viel versucht.
Gesamturteil: Eine Art alkoholischer Brotaufstrich für die Generation Red Bull: 13/20
Kaletsch: Mittleres Purpur, das fast in Richtung Violett geht. Aussergewöhnliche, aber etwas künstlich wirkende Nase mit Himbeer- und Apfel(!)-Aromatik. Am Gaumen ausgewogen, aber kurz. Massiv auf «ready-to-drink» getrimmt. Keine störenden Noten, aber etwas gar süsslich geraten (ohne echte Extraktsüsse). Unverständlich, weshalb Mövenpick diesen Wein so positiv bewertet (mit anderer Angabe der verwendeten Traubensorten).
Gesamturteil: Getunter Marketingwein: 14/20
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Bianco Rovere 1996

Guido Brivio, Mendrisio, Ticino DOC, Bianco di Merlot
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 1996
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Sattes Gelb mit grünen und goldenen Schimmern. Interessantes, dunkel anmutendes Bouquet mit Stein, Rauch und etwas Speck. Am Gaumen deutliche Altersnoten, ein bisschen Petrol, angedeutete Steinfrüchte und Honig. Dazu Schiefer und eine zarte Würzigkeit. Sehr präsente Säure, die den Wein wohl über die Jahre gerettet hat. Ein durchaus rüstiger Opa.
Gesamturteil: In erstaunlicher Form: 15/20
Kaletsch: Honigfarbenes Gelb mit grünlichen und bräunlichen Reflexen. In der Nase erstaunlich jung wirkend, schöne Holzaromatik, die an einen Chardonnay erinnert, keinerlei störende Alterstöne, aber auch keine Frucht. Am Gaumen immer noch eine schöne Säure, aber etwas gar wenig Substanz. Cremige Textur und am Schluss fast salzig.
Gesamturteil: Get real – ein 22-jähriger Merlot in Weiss! 16,5/20
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Château Phélan-Ségur 2005

AC Saint-Estèphe Cru bourgeois exceptionnel
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Merlot, 47% Cabernet Sauvignon, 3% Cabernet Franc
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 9/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Yessss! Bereits in der Nase einnehmende, verführerische, betörende Düfte; dunkelfruchtig mit Kräuternoten, die sich mit etwas Belüftung entwickeln. Am Gaumen füllig, eingekochte Zwetschgen mit viel Rahm, dichte Frucht, harmonisch. Herrliches, perfekt eingebundenes Toasting, nach wie vor mit viel Kaffee und Vanillie. Wirkt ein kleines bisschen wie ein Schönling. Wundervoller, langer Abgang.
Gesamturteil: Coup de Coeur! 19/20
Kaletsch: Mitteldunkles Purpur mit lila Schimmer. Sehr typische Saint-Estèphe-Nase mit Frucht, Zedernaromatik, Tabak und einem Toasting im Stil von Cos d’Estournel. Am Gaumen ist hinter dem markanten Gerbstoff-Gerüst viel Frucht und eine beeindruckende Struktur erkennbar. Zweifellos ein grosser Wein, der die besten Jahre noch vor sich hat. Mindestens noch fünf Jahre reifen lassen!
Gesamturteil: Jetzt schon zu trinken, wäre schade! 18/20 (Potenzial 19!)
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The Coppermine Road 1999

D’Arenberg, McLaren Vale
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 1999
Preis: Ca. CHF 50.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kräuterige Altersnoten dominieren die Nase, auch einige Medizinaltöne (Jod). Extrem mundfüllender Auftritt mit völlig unerwarteter Süsse. Ultimativ extraktreich, dicht, fast cremig im Mund. Viele Tertiäraromen. Daneben jedoch eine knackige Säure. Frucht hingegen ist kaum mehr vorhanden. Abgang mit prägnanten Eindrücken von Zigarrenkiste.
Gesamturteil: Für Gerontophile sicher 19 Punkte, für mich over the top; noch 16/20
Kaletsch: Purpur mit bräunlichen Rändern. In der etwas fehlerhaften Nase Kräuter, Jod, Bouillon, Zedernholz und Eukalyptus, aber leider auch oxydative und madeirisierte Töne. Am Gaumen dann lupenrein, dicht, extraktreich mit schönen Cabernet-Fruchtaromen und einer wunderbaren Extraktsüsse sowie schönen Länge.
Gesamturteil: Bei perfektem Bouquet 18,5, so nur 17,5/20
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Château Branaire 2001

Saint-Julien Grand Cru Classé
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot, 5% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot
Jahrgang: 2001
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Fast jugendliches, extrem dunkles Rubin. Diskrete, aber sehr typische Nase mit dunklen Früchten und Curry-Klängen. Am Anfang herrliche Bordeaux-Aromatik. Dann jedoch etwas gar dünn; es mangelt an Struktur, gegen Ende einige Andeutungen von Fleischsuppe. Eher am Ende der Trinkreife.
Gesamturteil: Für Liebhaber des klassischen Altherrenbordeaux. Austrinken 16/20
Kaletsch: Recht dunkles, fast ins Violettrot kippendes Rubin. Verhaltenes, reduktiv wirkendes Bouquet mit Zedern und Toastingaromen. Nach längerer Belüftung dann Reife- und Tertiäraromen wie Leder. Am Gaumen präsente, aber nie störende Gerbstoffe, bereits sehr trinkreif und erstaunlich wenig Extrakt. Ein einfacher Bordeaux, der bereits jetzt Spass macht.
Gesamturteil: Einfacher Trinkgenuss für Bordeaux-Fans. 17/20
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Ser Lapo 2013

Castello di Fonterutoli, Marchesi Mazzei, Castellina in Chianti, Chianti Classico Riserva DOCG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 90% Sangiovese, 10% Merlot
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Recht düstere Farbe für einen Chianti. Komplexe, vielschichtige Nase mit Duft nach schwarzen Kirschen, lässt an Cabernet Sauvignon denken. Am Gaumen dann klarer Toscana-Groove mit schöner Säure, erneut Kirschen aller Art sowie Brombeeren und ganz leichte grüne Klänge. Eher mittelgewichtig, vielleicht gar etwas dünn, braucht vielleicht noch ein paar Jahre.
Gesamturteil: Ein toller Spaghetti-Wein, mehr wohl nicht 16+/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Wunderschöne Nase mit Toasting- und Reifearomen, die stark an einen Blend im Supertoskaner-Stil erinnert. Am Gaumen eine für einen Sangiovese typische Säure, die klares Rückgrat bildet. Ein schlanker, nerviger Wein mit schöner Länge, aber wenig Breite. Am Ende hinterlassen die Tannine einen leicht grasigen Eindruck. Leider eine Dysbalance zwischen Nase und Gaumen.
Gesamturteil: Eine Abwechslung für Sangiovese-Liebhaber. 16/20
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Aroma der Landschaft Blanc 2016

Anne-Claire Schott, Twann, Bielersee Appellation d’Origine Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Chasselas, Pinot Noir, Pinot Gris, Chardonnay, Sylvaner, Sauvignon Blanc
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Etwas dumpfes Altgelb mit bräunlichen Reflexen. Verhalten blumig-duftig. Am Gaumen ein breitschultriger Macho-Auftritt mit schwer einzuordnenden reduktiven Noten. Andeutungen von Orange-Wine-Stil, vermutlich dem Ausbau im Beton-Ei geschuldet. Spannende Bitternote am Schluss. Entwickelt sich an der Luft. Eine Keule von Wein, könnte problemlos ein Steak begleiten. Unklar, ob er sich noch entwickeln – oder einfach sterben wird.
Gesamturteil: Verwirrend, schwer einzuordnen. 15?/20
Kaletsch: Mittelhelles Orangegelb mit grünlich-bräunlichen Reflexen. Eher diskrete, aber frische und aromatische Nase, die einen reifen, abgerundeten Wein erahnen lässt und am ehesten an Pinot-Gris-Aromen erinnert. Am Gaumen eine vielfältige, sehr breite Aromatik und eine knackige Säure. Ein sehr eigenwilliger Weisswein mit einer ästhetischen Etikette.
Gesamturteil: Spannendes Konzept einer Mikro-Cuvée. 17/20
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Trocla Nera 2009

Weingut zur Sonne, Christian Obrecht, Jenins, AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kerniges Purpur mit aufhellenden Rändern. Wundervoller Pinot-Duft; der Eichenfassausbau ist sehr präsent aber wunderschön mit Kaffee- und Schokoladenoten sowie kaltem Kaminrauch. Fester, gradliniger Auftritt, sehr viel Frucht, sehr viel Eiche, aber herrlich eingebunden, rund und harmonisch. Ungemein frisch, komplex, würzig. Herrschaft at it’s best! Erreicht gerade seine Trinkreife, ich würde trotzdem erst in fünf Jahren wieder probieren.
Gesamturteil: Für meinen Gaumen einer der besten Herrschäftler seit langem. 18/20
Kaletsch: Recht tiefes Ziegelrot mit Purpurtönen. Traumhafte Pinot-Nase mit Röstaromen vom Eichenholz, Kaffee, Frucht und Reifesüsse. Beeindruckende Struktur. Am Gaumen zeigt sich die perfekte Balance. Der Barrique-Ausbau ist zwar markant, aber das Holz ist perfekt integriert. Ein Wein ohne Fruchtopulenz, aber mit wunderbarer Länge. Schon jetzt ein Trinkspass!
Gesamturteil: Ein Pinot im Barrique-Stil, wie ich es liebe. 17,5/20
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Lafon La Tuilerie 2005

Saint-Emilion Grand Cru
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Biberfladen-Marzipan-Nase und einiges an dunklen Früchten. Extraktreich, dicht, rund, vollgepackt mit ganzen Ladungen von Früchten, dennoch sehr ausgewogen wirkend. Einige Kräuternoten, als ob Cabernet Franc im Spiel wäre. Viel Substanz, viel Holz, aber bereits sehr harmonisch, kann jedoch noch zulegen. Dürfte wesentlich teureren Saint-Emilons ohne weiteres das Wasser reichen.
Gesamturteil: Bordeaux mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Granatrot. Opulentes Bouquet mit markantem Toasting und Frucht. Am Gaumen eine wahre Explosion: viele (feine) Tannine, viele Aromen, viel Frucht, viel Extrakt. Hart an der Grenze zu «too many notes». Ein sehr moderner, extrahierter Wein, der eine lange Lagerung benötigt. Zweifellos ein spannendes (Kalk-)Terroir und ein ehrgeiziger Winemaker.
Gesamturteil: Modern, extraktreich und noch nicht ganz ready. 17+/20 (Potenzial 18+)
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Schlossberg «R» 2010

Weingut Bernhard Huber, Malterdingen, Baden, Qualitätswein GG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Pinot Noir
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 6/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Kerniges Granat mit aufhellendem Rand. Noble, tiefgründige, dunkelfruchtige, viel verheissende Nase. Süsser Auftakt, dicht gewoben, samtene Textur. Die Frucht zeigt sich erst nach und nach, wirkt aber im Hintergrund wie ein fein gewobenes Netz der Verführung. Toller Trinkfluss, Holz bereits gut eingebunden, im Abgang aber noch von Gerbstoffen dominiert. Darf noch lagern.
Gesamturteil: Ganz grosses Pinot-Kino aus Badischen Landen. 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Granatrot mit orangen Reflexen. Sehr runde, holzbetonte und würzige Pinotnase mit ersten Reifenoten. Am Gaumen perfekt ausbalanciert: Das Holz ist schön eingebunden, die Säure nie dominant, die Tannine sind filigran. Ein toller Wurf mit unglaublicher Länge. Die erste Extraktsüsse zeigt, dass der Wein am Beginn seiner optimalen Trinkreife steht.
Gesamturteil: Ein Pinot Noir, dessen Barrique-Stil die Herkunft verrät. 18/20
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Balino 2002

Cantina Kopp von der Crone, Castel San Pietro, Vino da tavola della Svizzera Italiana
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 95% Merlot, 5% Arinarnoa und Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 06/2018
Freudiger: Dunkles Rot mit Braunreflexen. Verhaltene Nase mit leisen Kellertönen, etwas dumpf, eingemachte Pflaumen. Süsser, vollreifer Start, danach eher von schlanker Statur, noch etwas Säure und etwas Frucht, irgendwo huscht noch ein bisschen Minze vorbei. Erneut der Eindruck von eingemachten dunklen Früchten. Leder, Zimt, Lakritze, in Fleischsuppe übergehend. Der Wein hat seine Spannkraft verloren, zeigt aber noch Grösse.
Gesamturteil: Für mich leider over the top 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit bräunlich-orangen Reflexen. Schöne Bordeauxnase mit Waldboden-, Tabak- und Lederaromen. Am Gaumen noch viel Power und Extrakt, präsente Gerbstoffe, aber nur noch wenig Frucht. Am Ende leichte Bitternoten. Ein klassischer, straighter Wein im Bordeaux-Stil in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Genusswein zum Dekantieren 18–/20
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W – Dedicato a Walter 2012

Tenuta Poggio al Tesoro, Castagneto Carducci, DOC Bolgheri Superiore
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Cabernet Franc
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 69.-
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Dunkles, undurchdringliches Rot. Würzige, wenn auch verhaltene Nase, im Hintergrund wirken getrocknete Kräuter. Grossartige Würzaromatik, Holz bereits gut eingebunden, viel Kaffee, aber auch Zwetschgenkompott. Sehr komplex, gut strukturiert, schöne Säure, Minze. Zunächst ausgewogen wirkend, zeigt der Wein im Abgang seine Jugendlichkeit: Ungestüme Tannine knallen durch die Gegend, der Mund wird ausgetrocknet und klebt dann zusammen. Geht für mindestens 6 Jahre in die hinterste Ecke des Kellers.
Gesamturteil: Gibt dem Begriff Supertuscan eine neue Dimension; Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Violettrot. Fruchtige Nase mit perfektem Barrique-Toasting. Am Gaumen noch markante, austrocknende Tannine. Trotzdem elegant, rund und ausgewogen und bereits mit den allerersten Reifenoten. Sehr schön vinifiziert und frisch: verkörpert trotz atypischer Traubensorte das Beste des Supertoskaner-Stils.
Gesamturteil: Der beste reinsortige Cabernet Franc auf dem Markt? –18 (Potenzial 18,5/20)
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Malterer 2010

Weingut Bernhard Huber, Malterdingen, Deutscher Qualitätswein
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50 % Weisser Burgunder, 50 % Freisamer
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 6/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sattes Gelb. Wuchtiges Bouquet mit noch deutlichen Holznoten, viel Rauch und Speck. Dahinter lauert aber bereits eine üppige Frucht. Eindrücklicher Auftritt mit viel Fruchtsüsse. Erneut sehr viel Holz, dunkel, rauchig. Dazu edle Fruchtnoten, die sich allmählich durchsetzen. Gut strukturiert. Die Traubensorten sind für mich nicht erkennbar, erinnert an Neue-Welt-Chardonnay. Gegen Schluss schlanker, überraschend kurzer Abgang. Ich bezweifle, dass der Wein das Holz noch einbinden wird.
Gesamturteil: Barrique-Freaks werden ohne Weiteres einen Punkt mehr vergeben. 17/20
Kaletsch: Mittleres Gelb. Wunderbare Toasting-Nase mit Frucht und Vanillenoten (Barrique-Ausbau in Perfektion). Mahnt auch am Gaumen an einen Top-Chardonnay zwischen Burgund und Neuer Welt: Lang, schlank, nicht zu mastig und top ausbalanciert – perfektes Winemaking! Opulente Frucht, aber doch ziemlich holzlastig.
Gesamturteil: Für Liebhaber von Barrique-Weinen. 18–/20
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Trus Crianza 2012

Finca Trus, Piñel de Abajo, DO Ribera del Duero
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Tinto Fino (Tempranillo)
Jahrgang: 2012
Preis: CHF 24.50
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Dichtes Rubin. Erfrischende, recht intensive, kräuterig-rotfruchtige Nase. Sanfte Eichenklänge. Am Gaumen für mich Tempranillo pur. Schöne Leder- und Lakritzenoten, seidene Textur, welche von einer lebendigen Frucht umtänzelt wird. Ein Wein von aristokratischer Eleganz, dahinter verbirgt sich jedoch sinnliche Lebeslust, die zweifelsohne auch für die eine oder andere kleine Orgie zu haben ist.
Gesamturteil: Ein nobler spanischer Beau: 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubinrot. Opulente Nase mit viel Frucht sowie Röst- und Vanillearomen vom Holzausbau. Klar erkennbarer Ribera-Stil. Elegante Struktur mit schöner Säure, aber noch sehr präsenten (jedoch filigranen) Tanninen. Definitiv noch nicht genussreif: Nase und Gaumen klaffen noch zu sehr auseinander. Aber ein gut gemachter Wein in einer interessanten Preisklasse!
Gesamturteil: Nach drei bis fünf Jahren Lagerung: 17,5/20
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Mjsia Garganega Veronese 2017

Azienda Agricola Vigna 800, Negrar, IGT
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Garganega
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 15.50
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Helles Strohgelb. Recht intensiver Duft nach Lindenblüten und Mandeln, auch Zitrusnoten. Druckvoller, mundfüllender Auftritt, säurebetont, wiederum Zitrone und helle Früchte. Am hinteren Gaumen vermehrt Steinfrüchte sowie grüne Noten (Kiwi?) Gut strukturiert, sehr trocken, langer Abgang mit zarter Bitternote. Öffent sich zögerlich. Vielleicht lohnt es sich, ein paar Monate zuzuwarten.
Gesamturteil: Erfrischende, autochthone Geschichte aus dem Veneto. 15/20
Kaletsch: Helles Gelb mit Anflügen von Rosa. Sehr aromatische, duftige Nase mit opulenter Frucht im Stile eines Torrentès. Am Gaumen dann der Paukenschlag mit einer sehr präsenten Säure. Frisch, schlank und sehr trocken ausgebaut. Ideal als Apérowein oder Begleiter asiatischer Speisen. Ist allein schon wegen der ästhetischen Flasche einen Kauf wert!
Gesamturteil: Leider eine Dysbalance zwischen Bouquet und Gaumen. 15,5/20
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