Red Domus 2016

Vignerons Catalans, Côtes du Roussillon Villages AOP
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Syrah, Grenache
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 14.–
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Die Vignerons Catalans sind ein Zusammenschluss von rund 1000 (!) Winzerinnen und Winzern, die rund 10'000 Hektaren (!) bewirtschaften und vorwiegend Weine im Billigsektor produzieren. Der Red Domus mit viel Toasting, sehr viel Frucht, etwas Pfeffer und stoffiger Opulenz. Dabei durchaus gut strukturiert, nicht zu üppig. Die Gerbstoffe dürften ihn sogar noch etwas zulegen lassen. Moderner, gekonnt gemachter Spasswein für sehr wenig Geld.
Gesamturteil: Unkompliziertes katalanisches Trinkvergnügen: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Umwerfende Nase mit Reifenoten, Frucht und leichten Röstaromen vom zurückhaltenden Holzeinsatz. Am Gaumen fruchtig und mundfüllend, aber noch ziemlich gerbstofflastig. Die Länge und die Eleganz gehen diesem professionell vinifizierten Wein etwas ab.
Gesamturteil: Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pinot Noir Unter der Linde 2013

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern, Grand Cru Aarau AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Michel Jaussi
Freudiger: Tiefes, ins Granat spielendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Herrliche Nase mit burgundischen Qualitäten, schwarze Schokolade, Kaffee, dunkle Waldfrüchte. Am Gaumen ausserordentlich komplex, viel Struktur, wirkt muskulös. Wunderschöne, voll ausgereifte Frucht, dabei nie aufdringlich. Leichter Rosinen-Touch, etwas Rumtopf, aber dank der tragenden Säure gleichzeitig sehr erfrischend. Macht jetzt schon Spass, hat aber noch Reserven für sicher fünf Jahre.
Gesamturteil: So stellt man sich einen Schweizer top Pinot Noir vor: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit helleren Rändern. Verführerische Pinot-Nase mit Röstaromen vom Barrique-Einsatz, viel Beerenfrucht (leicht rosinig) und ersten Anflügen von Reifetönen. Auch am Gaumen ganz im Stil eines guten Burgunders: schlank, elegant und mit toller Balance. Verfügt trotz zurückhaltender Säure über eine beachtliche Länge. Gut spürbare, aber nie störende Tannine und eine traumhafte Extraktsüsse. Degustiert gemeinsam mit Adrian van Velsen von vwine, der in seinem Blog (siehe Link) den gesamten Flight bespricht.
Gesamturteil: Ganz am Anfang seiner Trinkreife: 18+/20
https://vvwine.ch/2019/06/unter-der-linde-in-lengnau
Kommentar schreiben (1 Kommentar)

Fidenzio 2006

Podere San Luigi, Val di Cornia Fidenzio, Toscana IGT
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sehr dunkles Rubin. In der Nase Italien pur mit sehr viel Liebstöckel, leicht anoxidiert. Im Gaumen hingegen recht breitschultrig und frisch. Gewisse Altersnoten sind da, auch viel dunkle Kirschfrucht und einiges an Kraft. Daneben aber fast brutale Gerbstoffe. Werden sie sich noch einbinden? Entwickelt sich im Glas; unbedingt dekantieren. Ein Wein, dessen weitere Entwicklung schwierig einzuschätzen ist.
Gesamturteil: Bordeaux-Blend und trotzdem viel Italianità – Bolgheri eben: 17/20
Kaletsch: Dunkles und dichtes Purpur. Nach dem Öffnen eine oxidativ-animalische Nase mit einem Hauch von Zedernholz und roten Früchten, am Gaumen viel Power und markante Gerbstoffe, scheinbar weit von seiner besten Trinkreife entfernt. Gewinnt aber mit Belüftung extrem: Am Schluss des Abends ein genialer jugendlicher Genusswein im Stile grosser Super Tuscans.
Gesamturteil: Ein Supertoskaner, der auch beim Geniessen Zeit braucht: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pi Not Noir 2017

Blanc de Noirs, VdP Nordwestschweiz, Siebe Dupf Kellerei
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 23.50
Bezugsquelle: SiebeDupf Weine
Degustiert: 5/2019
Freudiger: Ins Kupfer spielendes Gelb. Sehr intensive, würzige Nase mit Waldfrüchten. Wuchtiger Auftritt, breite, mundfüllende Frucht. Gut strukturiert mit viel Würze, fast bouillonartig, aber auch viel Holz. Mit der Zeit zeigen sich Kernfrüchte. Die Traubensorte für mich nicht erkennbar aber sicher ein fulminanter Essensbegleiter.
Gesamturteil: Weiss vinifizierter Pinot von internationalem Format: 16,5/20
Kaletsch: Helles Gelb mit leichtem Lachsrosé-Einschlag im Stile eines Oeil-de-Perdrix. Traumhaft opulentes Bouquet mit Frucht, Barriquenoten und etwas Hefe. Am Gaumen breit, mit intensiver Aromatik und schön stützender, aber eleganter Säure. Wirkt filigran und weich, ist aber gleichzeitig sehr lang und ausladend.
Gesamturteil: Beeindruckendes Winemaking aus dem Baselbiet: 17+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Amigne de Vétroz 2017

AOC Valais, Jean-René Germanier
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Amigne
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 3/2019
Freudiger: Recht sattes Gelb. Duft nach Honigaprikosen. Öffnet sich zusehends; es kommen Zitrusnoten dazu. Hohe Restsüsse, die mundfüllend und üppig wirkt. Wirkt weich, aber etwas schwerfällig. Wiederum Aprikose und überreife Ananas. Die Säure mag ein bisschen Paroli bieten, kommt aber nicht an. Eher kurzer Abgang, doch es bleibt der Eindruck von zu buttriger Plumpheit. Der Wein hat sich noch nicht gefunden.
Gesamturteil: Ganz gut gemacht, aber was möchte der Winzer da eigentlich? 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Gelb. Üppiges Bouquet mit buttriger Frucht und Aromen nach überreifen Melonen, Büchsenpfirsich und Büchsenananas. Deutliche Restsüsse, die der Markierung auf der Flasche entspricht (2 von 3 Bienen), aber auch eine schön stützende, deutlich spürbare Säure, die dem Ganzen Balance verleiht. Genusswein ohne grosse Ansprüche.
Gesamturteil: Gefälliges Easy drinking: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Pythagora 2014

Galilea by Fiona, Montsant DO, René Barbier, Figuera
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Garnatxa (Grenache)
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 39.–
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 3/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Durchscheinendes aber kerniges Granat. Dunkles, geheimnisvolles, animalisches Bouquet mit Ledernoten. Massiver Auftakt mit Wagenladungen von dunklen Früchten und wiederum Tertiäraromen. Gleichzeitig ist das Holz schon erstaunlich gut eingebunden. Lässt die Muskeln spielen, aber sie sind von Samt umspannt. Oder ist es doch ein Superman-Dress? Power und Finesse. Gerbstoffe rollen prächtig, lassen auf einige Jahre bis zur optimalen Trinkreife schliessen. Der Wein macht von Minute zu Minute auf.
Gesamturteil: Schon jetzt ein Spasswein, aber da kommt noch was: Potenzial für mindestens 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit Rostschimmern. Erstaunlich reifes und würziges Bouquet mit schön eingebetteten Holznoten und ersten Tertiäraromen (Leder). Am Gaumen breit, mit sehr viel Extrakt und wuchtigen Gerbstoffen. Ein echter Powerwein, der viel Luft braucht und am besten mindestens fünf Jahre gelagert wird. Stammt aus alten Reben. Ein tolles Projekt des ehemaligen Bieler Weinhändlers Roland Fischer und seiner Tochter Fiona, das von Winemaker René Barbier unterstützt wird.
Gesamturteil: Sehr viel Wein für relativ wenig Geld: 17,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Puro Torrontés 2016

Certified Organic Wine, Dieter Meier
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Torrontés
Jahrgang: 2016
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 3/2019
Freudiger: Strohgelb mit Grünreflexen. Diskrete, recht eigenständige Nase, etwas Frucht und etwas Stall. Fulminanter Auftritt mit markanter Fruchtsüsse und prägnanter, etwas zu heftiger Säure. Zitrusnoten und gelbe, leicht unreife Pfirsich. Knochentrocken. Durchaus strukturiert, aber weder reintönig noch harmonisch. Langer, etwas hässiger Abgang mit leichter Bitternote. Die Traubenqualität hat wohl nicht ganz mit der Vinifikation mitgehalten. Nicht mein Ding.
Gesamturteil: Allenfalls sehr stark gekühlt im Hochsommer: 14/20
Kaletsch: Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. Opulente Fruchtnase, die typisch ist für diese aromatische Traubensorte. Am Gaumen fehlt die für Torrontés-Weine charakteristische Süsse fast komplett: sehr trocken vinifiziert, schlank und erstaunlich lang. Klassisch und mit hohen Ambitionen ausgebaut, schönes Säurespiel, aber letztlich etwas zu streng geraten.
Gesamturteil: Alles andere als ein leicht zugänglicher Genusswein: 15,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Château Léoville-Barton 2009

AOC St–Julien, 2e Cru Classé
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 5% Cabernet Franc
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 150.–, eingereicht von Martin Spycher
Degustiert: 3/2019
Freudiger: In sich ruhendes Bordeauxrot. Verhaltene, hintergründige aber typische Bordeaux-Nase mit viel Brombeere und Cassis. Cremiger, samtener, aristokratischer Trinkfluss. Gigantische Power mit seidenfeiner Eleganz. Erneut dunkelfruchtig, etwas Dörrpflaume, dazu Minze. Dahinter verbergen sich Kaffee-, Karamell- und Vanillenoten. Gegen Schluss ein dramatischer Gerbstoffauftritt, der Jungbordeauxtrinker wie mich ganz einfach Lügen straft.
Gesamturteil: Warten. Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Klassische St-Julien-Nase mit Zedernholz, Graphit, Frucht und ersten animalischen Anflügen. Am Gaumen noch sehr unter dem Eindruck der Tannine, doch dahinter lässt sich die überragende Struktur erahnen. Erste Aromen von Menthol, Ledersattel und Tabak. Fraglos ein grosser Wein mit gewaltigem Potenzial, der seine beste Genussreife noch weit vor sich hat.
Gesamturteil: Vin de garde: Geduld zahlt sich aus! 17,5/20 (Potenzial 18,5)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Servigliano P. 2016

Marche Bianco, DOC Falerio Pecorino, Fattoria Dezi, Servigliano
Rubrik: Klassewein
Trauben: 100% Pecorino
Jahrgang: 2016
Preis: CHF 22.–
Bezugsquelle: La passion du vin
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Schönes Goldgelb mit grünen Reflexen. Ungewohnte, aber spannende Nase mit Schiefernoten und Apfelkuchen. Am Gaumen viel Tiefgang mit fast unergründlichen Fruchtnoten: Sind es eher Stein- oder Kernfrüchte? Mit der Zeit zeigt sich immer deutlicher Quitte. Der Wein ist gut strukturiert, straff und bietet einen extrem guten Trinkfluss, bei sehr erfrischender Säure. Erfreulicher Abgang mit langanhaltenden, an Schwarztee erinnernden Noten. Mit Sicherheit ein toller Essensbegleiter!
Gesamturteil: Spannender Weisswein mit guter Balance: 16/20
Kaletsch: Helles Honiggelb, das leicht ins Grünbräunliche kippt. Aufregend exotische Nase mit oxidativem Touch, Rost und Noten von Tee, die an einen Natural Wine erinnert. Am Gaumen eine schöne Frische und eine exzellente Balance. Die Säure ist gut spürbar, aber nicht störend. Eher schlank und von mittlerer Länge. Beeindruckende Aromatik und Intensität, die vermutlich von der Spontangärung kommt.
Gesamturteil: Eigenwilliges, erfrischendes Weinerlebnis: 16/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Lagrein 2017

DOC Alto Adige, Obermoser, Bolzano
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Lagrein
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 26.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Erstaunlich düsteres Purpur. Geile Nase, mit ausserordentlich frischen, hellen (!) Kirschen und Marzipanklängen. Kindheitserinnerungen an Biberfladen. Im Mund bietet eine quicklebendige, frische, fast bonbonartige Primärfrucht übermütige Jugendlichkeit. Im Abgang wirkt der Wein wesentlich ernsthafter. Sicher nicht jedermanns Geschmack und in der Lagerfähigkeit schwierig zu beurteilen.
Gesamturteil: Frisch von der Südtiroler Leber weg: 16/20
Kaletsch: Dunkles, am Rand ins Violett kippendes Rubin. Äusserst frische Nase mit viel primärer Frucht. Auch am Gaumen frisch und eigenwillig mit diskreten, gut eingebundenen Holztönen. Erinnert in seiner Aromatik überraschenderweise an gute Sforzato-Weine. Mittlere Länge, markante Säure und herbe Tannine. Kompromisslos vinifiziert!
Gesamturteil: Charaktervoller, rustikaler Wein: 16+/20 (Potenzial 17/20)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Gewurztraminer Vendages Tardives 2007

AC Alsace, Louis Sipp, Ribeauville
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Gewürztraminer
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 3/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Dunkles Kupfer. Massive Süssweinnase mit Honig, Sultaninen und Aprikosen noch und noch. Der gesamte Eindruck wiederholt sich am Gaumen. Der Wein ist betörend von Anfang bis Ende. Die Restsüsse ist natürlich hoch, aber der Wein wirkt durchaus elegant und flutscht einlullend über die Zunge. Keine Sortentypizität erkennbar. Weckt dafür Lust auf Foie Gras. Oder doch lieber eine Tarte Tatin? Trinkreif, vielleicht sich schon dem Ende zuneigend.
Gesamturteil: Ein ziemlich eindrückliches Elsass-Erlebnis: 18/20
Kaletsch: Honiggelb mit braun-orangen Reflexen. Traumhaft opulente Botrytis-Nase mit Aprikosen und Litschis. Auch am Gaumen sehr aprikosig, schlank und weit weg von anderen mastigen Spätlese-Vertretern. Perfekte Balance zwischen Säure und Süsse, perfekte Genussreife. Ein richtig – excusez l’expression – geiler Süsswein.
Gesamturteil: Shut up and drink: 18,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Gualdo del Re 2008

DOC Val di Cornia Suvereto Sangiovese, Az. Agr. Gualdo del Re, Suvereto
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Sangiovese
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Recht dunkles Rubin für Sangiovese. Gewaltige Fruchtnase mit viel schwarzer Kirsche, eher an Übersee erinnernd; lässt etwas Breites, Opulentes erwarten. Dann jedoch ein eher schlanker Körper. Am Gaumen typisch Toskana und bisweilen eine Ahnung von Supertuscan. Soviel man weiss, sind aber keine Bordeaux-Sorten im Spiel. Eher wenig Frucht. Dafür schön würzig, aber auch (und immer noch!) sehr barriquelastig. Recht harsche, etwas unreif wirkende Tannine. Unbedingt dekantieren, als Essensbegleiter bereits ready.
Gesamturteil: Ein Spaghetti- oder Lasagnewein im allerbesten Sinn des Wortes: 17/20
Kaletsch: Mittleres Rubin. Traumhafte Nase mit Barrique-Röstnoten, Zedernholz und konzentrierter, überreifer Frucht ganz im Stil eines Supertoskaners. Am Gaumen schlanker und nerviger als erwartet: schöne Struktur, klare Säure und viel Tannin. Das Holz dominiert derzeit noch, und die Aromen erinnern an eine lackierte Holztruhe. Diskrepanz zwischen dem üppig-berauschenden Bouquet und dem Gaumen.
Gesamturteil: Definitiv ein Essensbegleiter: 16,5/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Laurona Reserva Limitada 2008

DO Montsant, René Barbier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Grenache, Syrah, Carignan, Cabernet Sauvignon, Merlot
Jahrgang: 2008
Preis: CHF 29.–
Bezugsquelle:

La Passion du Vin

Degustiert: 3/2019
Freudiger: Dunkles Rubin ohne Reifetöne. Sehr vielschichtiges, ausgewogenes, ruhiges Bouquet. Auftakt mit betörender Fruchtüsse. Sehr geschliffenes Mundgefühl, eine nach allen Regeln der Kunst aufgebrezelte Lady. Dabei durchaus charmant und sehr, sehr zugänglich: everybody’s darling. Ein bisschen gemacht, aber gekonnt, durchaus mit Klasse. Ausserordentlich harmonisch und in sich ruhend. Indes vermisst man fast ein bisschen Ecken und Kanten. Perfekte Trinkreife ist erreicht.
Gesamturteil: Ein phänomenales Preis-Leistungs-Verhältnis: 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubin mit wenigen ziegelroten Schimmern. In der Nase eine breite Aromatik im Bordeaux-Stil mit ersten animalischen Anflügen (Leder, Tabak). Am Gaumen eine markante, fast schon aufdringliche Reifesüsse. Perfekt ausbalanciert, mit gut stützender Säure, wunderbarer Aromatik, feinen Tanninen und beeindruckender Länge. Ein Genusswein, hinter dem ein Meister der Vinifikation steckt.
Gesamturteil: Fast zu schön, um wahr zu sein: –18/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Montiano 2000

IGT Lazio, Fat. Falesco, Montefascione
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Granat mit Braunreflexen. Wunderschöne, kräuterwürzige Nase mit einem Hauch Bouillon. Ultratrockener, wiederum sehr würziger Gaumen mit dunklen Früchten. Mundfüllend-üppig und doch elegant. Gut strukturiert und harmonisch. Der Wein zeigt einerseits deutliche Reifenoten, ist aber gleichzeitig noch mit Gerbstoffen ausgestattet, die ihm noch einige Jahre schenken werden. Unaufgeregte Italianità, gleichzeitig sympathisch rustikal und beeindruckend nobel.
Gesamturteil: Italien zum Geniessen; am liebsten allein: 18–/20
Kaletsch: Mittleres Rot mit orange-bräunlichen Reflexen. Eine Nase zum Schwelgen: reif, fruchtig und mit toller Würze, ganz nah an der Perfektion. Leder- und Kräuteraromen genauso wie eine üppige Frucht. Auch am Gaumen eine verführerisch-reife Aromatik, aber gleichzeitig noch gut spürbares Säure-Rückgrat und rustikale Gerbstoffe. Schöne Struktur und Länge. Befindet sich kurz vor der optimalen Genussreife. Die 94 Parker-Punkte sind nicht übertrieben!
Gesamturteil: Ein in allen Belangen überzeugender Merlot: 18+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Château Figeac 2002

AOC Saint-Émilion Premier Grand Cru, Saint-Émilion
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 35% Cabernet Sauvignon, 35% Cabernet Franc, 30% Merlot
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 120.–
Degustiert: 1/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Phänomenale Nase, die jeden Bx-Freak tanzen lässt. Ultrakomplex, subtil, mit Cassis- und Brombeerennoten, etwas ledrige Animalität, aber hübsch, hübsch, hübsch. Im Mund nicht übermässig fett, sondern aristokratisch, nobel, wiederum Cassis und herrliche Kräuter- sowie Würznoten. Der etwas bescheidenere Jahrgang macht sich bemerkbar, nicht zuletzt mit sanften Noten von grüner Peperoni, vor allem im eher kurzen Abgang. Legt aber von Minute zu Minute zu. Ein Bordeaux für Liebhaber von Finesse und Eleganz.
Gesamturteil: Verbreitet dieses unvergleichliche Gefühl zu Hause zu sein: 18–/20
Kaletsch: Begeisternde Bordeaux-Nase mit dunklen Beerenfrüchten, perfekt eingebundenem Toasting, Zedernholz und ersten animalischen Tertiäraromen wie Leder und Tabak. YESSSS! Auch am Gaumen erste Reifearomen, aber noch markante Tannine, perfekt ausbalanciert und von beeindruckender Länge. Aristokratisch und ohne jegliche Aufdringlichkeit, ein Gedicht!
Gesamturteil: Ein Traumwein in Babyschuhen: 18+/20 (Potenzial 19)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Vale do Lacrau 2015

DOC Douro Reserva, «Field Blend», Secret Spot Wines, Rui Cunha, Favaios
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 30% Touriga Franca, 30% Tinta Roriz (Tempranillo), 20% Touriga National, 20% Tinta Barroca
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 1/2019
Freudiger: Sehr dunkles Rubin mit Schwarzreflexen. Diskrete Nase mit verführerischer dunkler Frucht (Pflaumen). Gaumen etwas gar breit, überreif-fruchtig und etwas knallig wirkend. Viel Kirsche und andere dunkle Kernfrüchte. Holzausbau deutlich spürbar, Tannine noch etwas ungestüm. Auch recht heftige Säure, das Ganze wirkt derzeit noch etwas unharmonisch. Nicht auf der Höhe, derzeit enttäuschend, braucht noch etwas Lagerung.
Gesamturteil: Ein Marketingprodukt, wirkt etwas gar gemacht: 16/20
Kaletsch: Mittleres Rubinrot. Verhaltene Nase mit etwas Frucht und mineralisch-metallischen Noten sowie etwas Vanille vom Barrique-Ausbau im Rioja-Stil, eher reduktiv wirkend. Am Gaumen eine überzeugende Struktur, mittlere Länge und noch pelzige Gerbstoffe. In der aktuellen Verfassung noch deutlich von seiner besten Genussphase entfernt. Es überrascht, dass dies bei Gerstl der «Wein des Jahres 2019» ist.
Gesamturteil: Aktuell in einer schwierigen Phase: 16+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Bandol Rouge 2016

AOC Bandol Rouge, Domaine Tempier, Le Plan du Castellet
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 75% Mourvèdre, 15% Grenache, 8% Cinsault, 2% Carignan
Jahrgang: 2016
Preis: CHF 39.–
Bezugsquelle: La Passion du Vin
Degustiert: 1/2019, eingereicht von La Passion du Vin
Freudiger: Dichtes Purpur. Noch mit mehrfachen Sicherheitsschlössern abgeschottete Nase. Fast ölige Textur. Fliesst dementsprechend mit ritterlicher Zurückhaltung über die Zunge. Die ganz grosse Klasse ist erahnbar, aber noch nicht präsent. Zwischendurch erhascht man einen Blick auf gewaltige Frucht, angedeutete Komplexität und eindrücklichen Tiefgang. Sehr viel Toasting im Spiel, aber eben auch genug Substanz. Die Wahnsinns-Gerbstoffe wirken souverän und lassen das Lagerpotenzial erahnen. 20, 30, 40 Jahre?
Gesamturteil: Definitiv ein Wein für Erwachsene mit Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit violetten Reflexen. Spannende, noch etwas verhaltene Nase, alkoholisch, mit verbrannten Noten und Frucht im Hintergrund. Am Gaumen eine beeindruckende Struktur: dicht und mit sehr intensiver Aromatik, fraglos ein grosser Wein. Zurückhaltende Barriquenoten, aber gewaltige Tannine, die noch komplett abriegeln. Vin de garde!
Gesamturteil: Ein schlummernder Riese 17-/20 (Potenzial 18/20)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Corton-Perrières 2005

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 90.–
Degustiert: 11/2018
Freudiger: Dunkles Purpur. Zurückhaltende Nase, dann einige noble, fast buttrige Klänge. Auch im ersten Eindruck eher zurückhaltend. Wirkt warm und sanft. Holz gut eingebunden, etwas Frucht vorhanden, derzeit aber zurückgebunden. Recht eindrückliche aber samtene Gerbstoffe. Eine Ahnung von Grösse, aber derzeit extrem adstringierend. Unbedingt dekantieren. Könnte noch zulegen.
Gesamturteil: Wird seinem Renommée auch in diesem Jahrgang nicht ganz gerecht: 17/20
Kaletsch: Mittleres Purpurrot. Eher diskrete, noch holzbetonte Nase mit ersten animalischen und minimal oxidativen Anflügen, lässt eine breite Aromatik erahnen. Am Gaumen schlank, aber sehr lang: viel Säure, viel Tannin, ein klassischer Burgunder in einer reduktiven Phase. Noch gar nicht zugänglich: Braucht viel Zeit, bis er harmonischer ist.
Gesamturteil: Aktuell kein Trinkgenuss, aber ein seriöser Wein: 16,5/20 (Potenzial 18)
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Chardonnay Magliocco 2015

Daniel Magliocco, St.-Pierre-de-Clages, AOC Valais
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Chardonnay
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 19.–
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Nase verhalten, dezente Frucht; öffnet sich mit der Zeit, etwas Bittermandeln. Am Gaumen beeindruckender Auftritt, cremig mit prägnanten Holznoten, viel Vanilletoasting, aber auch Steinfrüchte. Gute Textur, durchaus strukturiert. Am hinteren Gaumen tritt eine schöne Säure auf. Im mittellangen Abgang leichte Bitternoten. Braucht vielleicht noch ein, zwei Jahre.
Gesamturteil: Nicht besonders typischer Chardonnay mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis : 15/20
Kaletsch: Mittleres Gelb mit leichten Orange-Reflexen. Eher zurückhaltende, reif-fruchtige Nase, die an Heida erinnert. Am Gaumen eine markante, fast stechend wirkende Säure, dazu etwas Restsüsse und eine tolle, fruchtige Aromatik: schöne Balance! Kein typischer Chardonnay-Vertreter, aber ein spannender Wein, der noch etwas Lagerung verträgt.
Gesamturteil: Spannender Apérowein: 15+/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Château Mont-Redon 2010

Domaine de Mont-Redon, Châteauneuf-du-Pape AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cinsault, Grenache, Mourvèdre, Syrah
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 11/2018
Freudiger: Dichtes Granat mit aufhellenden Rändern. Kühle Nase mit Leder, Würze und eingekochten Früchten. Am Gaumen von eher schlanker Statur, dabei aber jederzeit mit einer schönen Präsenz und einer gut begleitenden Säure. Ich meinte überreife Mourvèdere-Frucht zu erkennen. Es dominieren aber würzige Aromen, die ins Bouillonartige zu kippen drohen. Trotzdem darf er noch ein, zwei Jahre lagern.
Gesamturteil: Insgesamt ein klassischer Ch9dP für Einsteiger: 17/20
Kaletsch: Mittleres Granat. Typische Rhone-Nase mit Frische, Frucht und Würze (Syrah-Aromatik). Auch am Gaumen eine schöne Würzigkeit, aber in atypischer Weise ein eher schmales Aromenspektrum. Mittlerer Körper, erstaunliche Länge und noch ziemlich adstringierende Gerbstoffe. Seine beste Genussphase kommt noch!
Gesamturteil: Preislich interessanter Châteauneuf: 17-/20
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

textatelier.ch | Weinchecker | Elfenaustr. 5 | 2502 Biel | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!