Châteauneuf-du-Pape Barbe Rac 1998

Michel Chapoutier, Appellation Châteauneuf Contrôlée, Côtes du Rhône, Tain l’Hermitage
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Grenache
Jahrgang: 1998
Preis: Ca. CHF 120.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Erstaunlich frisches Rot mit aufhellendem Rand. In der Nase Pflaumenkompott, etwas Wald, Altersnoten. Am Gaumen extreme Rosinen-Süsse. Noch gut strukturiert, präsente Säure, angenehme Textur. Nach etwas Belüftung eine Wahnsinns-Frucht-Kräuter-Orgie. Nach wie vor einige Gerbstoffe vorhanden. Ganz am Schluss noch einmal eine Ladung Lakritze, Kaffee und Kräuter. Perfekter Essensbegleiter; insgesamt verliert der Wein jedoch an Spannung. Deshalb, trotz seiner legendären Lagerfähigkeit: austrinken.
Gesamturteil: Ein eindrückliches Ch9dP-Erlebnis: 18,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Ziegelrot mit Orange-Schimmern. Rosinige und kräuterige Nase, die an einen reifen Amarone erinnert. Am Gaumen traumhaft: Extrem lang, viel Extrakt, erste Reifearomen und eine wunderbare, ätherische Fruchtsüsse, die sogar Giuseppe Quintarelli und Larry Turley zum Staunen bringen würde. Perfekte Trinkreife! Ein ganz grosser Wein!
Gesamturteil: Wehe, wenn Chapoutiers Weine trinkreif sind: 19/20
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Les Rissieux 2012

Neuchâtel AOC, Domaine de la Rochette, Jacques Tatasciore, Cressier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 75.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel funkelndes Rubin. Duft nach Erdbeergelee und Kräutern am Wegrand nach einem Sommerregen. Begleitet von ebenso prägnanten wie perfekten Holznoten. Auch der Gaumen ist geprägt vom Neuholz. Viel Holz. Für mich zu viel Holz. Darunter lodert aber ein dichtes, intensives Pinot-Feuer, ausserordentlich dicht gewoben, komplex mit schwarzen Kirschen. Könnte in einigen Jahren grossartig sein, ich sehe Potenzial für 18 Punkte, wenn nicht mehr – falls sich die Barriquenoten tatsächlich einfügen.
Gesamturteil: Im aktuellen Zustand nur für Biber und andere Eichenraspler: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot, eher dunkel für einen Pinot Noir. Opulente Nase mit Frucht und viel Eichenholzwürze. Am Gaumen breite Aromatik, viel Frucht, viel Extrakt und feine Tannine. Ein exzellenter Pinot im Barrique-Stil schweizerischer Prägung, perfekt ausgewogen und mit grosser Lagerfähigkeit. Ein rarer Tropfen eines Winzers mit Weltklasseniveau.
Gesamturteil: Für Liebhaber von Barrique-Pinots: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Corton-Perrières 2008

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Helles Granat mit leichten Braunreflexen. Geruch nach Kuhstall und nassem Hund, nach Belüftung Brombeeren und Erdbeergelee. Klassischer Pinot-Noir-Gaumen. Eher bescheiden strukturiert und leichtgewichtig aber durchaus mehrdimensional. Leider kaum Frucht. Sehr trocken, adstringierend. Abgang würzig, mittellang. Schwierige Phase? Kommt noch was? In fünf Jahren nochmal probieren; aber für dieses Geld bekommt man wesentlich gehaltvollere Pinots aus der Schweiz und Deutschland.
Gesamturteil: Für einen Grand Cru dieser Lage enttäuschend: 15/20
Kaletsch: Helles Granatrot mit bereits leichtem Orange-Einschlag. Zurückhaltende Nase mit atypisch wenig Frucht (wo sind die roten Beeren?), leicht ausgetrocknet, animalisch und rostig wirkend. Am Gaumen dann klar als Pinot erkennbar: schöne Struktur, genügend Säure und noch gut spürbare Tannine, aber für einen Grand Cru doch überraschend wenig Extrakt. Befindet sich entweder in einer reduktiven Phase, oder das Traubengut war nicht erstklassig.
Gesamturteil: 17-/20
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Big Red Beast 2017

Côtes Catalanes IGP, les Celliers Jean d'Alibert
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Alicante Bouschet, Merlot, Grenache Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah, Pinot Noir, Malbec, Cabernet Franc, Carignan
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel schimmerndes Rot. Im Bouquet süsse, kandierte Früchte, eingemachte, eingedampfte, assugrin-gesüsste, künstliche Himbeeren. Lässt an Panettone denken (Zitat Zapfenzieher). Auch am Gaumen gewaltige, aber künstlich wirkende Fruchtsüsse, much too much, dies bei wenig Struktur und kaum vorhandenem Abgang. Hier wurde zu viel versucht.
Gesamturteil: Eine Art alkoholischer Brotaufstrich für die Generation Red Bull: 13/20
Kaletsch: Mittleres Purpur, das fast in Richtung Violett geht. Aussergewöhnliche, aber etwas künstlich wirkende Nase mit Himbeer- und Apfel(!)-Aromatik. Am Gaumen ausgewogen, aber kurz. Massiv auf «ready-to-drink» getrimmt. Keine störenden Noten, aber etwas gar süsslich geraten (ohne echte Extraktsüsse). Unverständlich, weshalb Mövenpick diesen Wein so positiv bewertet (mit anderer Angabe der verwendeten Traubensorten).
Gesamturteil: Getunter Marketingwein: 14/20
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Château Phélan-Ségur 2005

AC Saint-Estèphe Cru bourgeois exceptionnel
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Merlot, 47% Cabernet Sauvignon, 3% Cabernet Franc
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 9/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Yessss! Bereits in der Nase einnehmende, verführerische, betörende Düfte; dunkelfruchtig mit Kräuternoten, die sich mit etwas Belüftung entwickeln. Am Gaumen füllig, eingekochte Zwetschgen mit viel Rahm, dichte Frucht, harmonisch. Herrliches, perfekt eingebundenes Toasting, nach wie vor mit viel Kaffee und Vanillie. Wirkt ein kleines bisschen wie ein Schönling. Wundervoller, langer Abgang.
Gesamturteil: Coup de Coeur! 19/20
Kaletsch: Mitteldunkles Purpur mit lila Schimmer. Sehr typische Saint-Estèphe-Nase mit Frucht, Zedernaromatik, Tabak und einem Toasting im Stil von Cos d’Estournel. Am Gaumen ist hinter dem markanten Gerbstoff-Gerüst viel Frucht und eine beeindruckende Struktur erkennbar. Zweifellos ein grosser Wein, der die besten Jahre noch vor sich hat. Mindestens noch fünf Jahre reifen lassen!
Gesamturteil: Jetzt schon zu trinken, wäre schade! 18/20 (Potenzial 19!)
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The Coppermine Road 1999

D’Arenberg, McLaren Vale
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 1999
Preis: Ca. CHF 50.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kräuterige Altersnoten dominieren die Nase, auch einige Medizinaltöne (Jod). Extrem mundfüllender Auftritt mit völlig unerwarteter Süsse. Ultimativ extraktreich, dicht, fast cremig im Mund. Viele Tertiäraromen. Daneben jedoch eine knackige Säure. Frucht hingegen ist kaum mehr vorhanden. Abgang mit prägnanten Eindrücken von Zigarrenkiste.
Gesamturteil: Für Gerontophile sicher 19 Punkte, für mich over the top; noch 16/20
Kaletsch: Purpur mit bräunlichen Rändern. In der etwas fehlerhaften Nase Kräuter, Jod, Bouillon, Zedernholz und Eukalyptus, aber leider auch oxydative und madeirisierte Töne. Am Gaumen dann lupenrein, dicht, extraktreich mit schönen Cabernet-Fruchtaromen und einer wunderbaren Extraktsüsse sowie schönen Länge.
Gesamturteil: Bei perfektem Bouquet 18,5, so nur 17,5/20
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Château Branaire 2001

Saint-Julien Grand Cru Classé
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot, 5% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot
Jahrgang: 2001
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Fast jugendliches, extrem dunkles Rubin. Diskrete, aber sehr typische Nase mit dunklen Früchten und Curry-Klängen. Am Anfang herrliche Bordeaux-Aromatik. Dann jedoch etwas gar dünn; es mangelt an Struktur, gegen Ende einige Andeutungen von Fleischsuppe. Eher am Ende der Trinkreife.
Gesamturteil: Für Liebhaber des klassischen Altherrenbordeaux. Austrinken 16/20
Kaletsch: Recht dunkles, fast ins Violettrot kippendes Rubin. Verhaltenes, reduktiv wirkendes Bouquet mit Zedern und Toastingaromen. Nach längerer Belüftung dann Reife- und Tertiäraromen wie Leder. Am Gaumen präsente, aber nie störende Gerbstoffe, bereits sehr trinkreif und erstaunlich wenig Extrakt. Ein einfacher Bordeaux, der bereits jetzt Spass macht.
Gesamturteil: Einfacher Trinkgenuss für Bordeaux-Fans. 17/20
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Ser Lapo 2013

Castello di Fonterutoli, Marchesi Mazzei, Castellina in Chianti, Chianti Classico Riserva DOCG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 90% Sangiovese, 10% Merlot
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Recht düstere Farbe für einen Chianti. Komplexe, vielschichtige Nase mit Duft nach schwarzen Kirschen, lässt an Cabernet Sauvignon denken. Am Gaumen dann klarer Toscana-Groove mit schöner Säure, erneut Kirschen aller Art sowie Brombeeren und ganz leichte grüne Klänge. Eher mittelgewichtig, vielleicht gar etwas dünn, braucht vielleicht noch ein paar Jahre.
Gesamturteil: Ein toller Spaghetti-Wein, mehr wohl nicht 16+/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Wunderschöne Nase mit Toasting- und Reifearomen, die stark an einen Blend im Supertoskaner-Stil erinnert. Am Gaumen eine für einen Sangiovese typische Säure, die klares Rückgrat bildet. Ein schlanker, nerviger Wein mit schöner Länge, aber wenig Breite. Am Ende hinterlassen die Tannine einen leicht grasigen Eindruck. Leider eine Dysbalance zwischen Nase und Gaumen.
Gesamturteil: Eine Abwechslung für Sangiovese-Liebhaber. 16/20
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Trocla Nera 2009

Weingut zur Sonne, Christian Obrecht, Jenins, AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kerniges Purpur mit aufhellenden Rändern. Wundervoller Pinot-Duft; der Eichenfassausbau ist sehr präsent aber wunderschön mit Kaffee- und Schokoladenoten sowie kaltem Kaminrauch. Fester, gradliniger Auftritt, sehr viel Frucht, sehr viel Eiche, aber herrlich eingebunden, rund und harmonisch. Ungemein frisch, komplex, würzig. Herrschaft at it’s best! Erreicht gerade seine Trinkreife, ich würde trotzdem erst in fünf Jahren wieder probieren.
Gesamturteil: Für meinen Gaumen einer der besten Herrschäftler seit langem. 18/20
Kaletsch: Recht tiefes Ziegelrot mit Purpurtönen. Traumhafte Pinot-Nase mit Röstaromen vom Eichenholz, Kaffee, Frucht und Reifesüsse. Beeindruckende Struktur. Am Gaumen zeigt sich die perfekte Balance. Der Barrique-Ausbau ist zwar markant, aber das Holz ist perfekt integriert. Ein Wein ohne Fruchtopulenz, aber mit wunderbarer Länge. Schon jetzt ein Trinkspass!
Gesamturteil: Ein Pinot im Barrique-Stil, wie ich es liebe. 17,5/20
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Lafon La Tuilerie 2005

Saint-Emilion Grand Cru
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Biberfladen-Marzipan-Nase und einiges an dunklen Früchten. Extraktreich, dicht, rund, vollgepackt mit ganzen Ladungen von Früchten, dennoch sehr ausgewogen wirkend. Einige Kräuternoten, als ob Cabernet Franc im Spiel wäre. Viel Substanz, viel Holz, aber bereits sehr harmonisch, kann jedoch noch zulegen. Dürfte wesentlich teureren Saint-Emilons ohne weiteres das Wasser reichen.
Gesamturteil: Bordeaux mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Granatrot. Opulentes Bouquet mit markantem Toasting und Frucht. Am Gaumen eine wahre Explosion: viele (feine) Tannine, viele Aromen, viel Frucht, viel Extrakt. Hart an der Grenze zu «too many notes». Ein sehr moderner, extrahierter Wein, der eine lange Lagerung benötigt. Zweifellos ein spannendes (Kalk-)Terroir und ein ehrgeiziger Winemaker.
Gesamturteil: Modern, extraktreich und noch nicht ganz ready. 17+/20 (Potenzial 18+)
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Schlossberg «R» 2010

Weingut Bernhard Huber, Malterdingen, Baden, Qualitätswein GG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Pinot Noir
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 6/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Kerniges Granat mit aufhellendem Rand. Noble, tiefgründige, dunkelfruchtige, viel verheissende Nase. Süsser Auftakt, dicht gewoben, samtene Textur. Die Frucht zeigt sich erst nach und nach, wirkt aber im Hintergrund wie ein fein gewobenes Netz der Verführung. Toller Trinkfluss, Holz bereits gut eingebunden, im Abgang aber noch von Gerbstoffen dominiert. Darf noch lagern.
Gesamturteil: Ganz grosses Pinot-Kino aus Badischen Landen. 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Granatrot mit orangen Reflexen. Sehr runde, holzbetonte und würzige Pinotnase mit ersten Reifenoten. Am Gaumen perfekt ausbalanciert: Das Holz ist schön eingebunden, die Säure nie dominant, die Tannine sind filigran. Ein toller Wurf mit unglaublicher Länge. Die erste Extraktsüsse zeigt, dass der Wein am Beginn seiner optimalen Trinkreife steht.
Gesamturteil: Ein Pinot Noir, dessen Barrique-Stil die Herkunft verrät. 18/20
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Balino 2002

Cantina Kopp von der Crone, Castel San Pietro, Vino da tavola della Svizzera Italiana
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 95% Merlot, 5% Arinarnoa und Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 06/2018
Freudiger: Dunkles Rot mit Braunreflexen. Verhaltene Nase mit leisen Kellertönen, etwas dumpf, eingemachte Pflaumen. Süsser, vollreifer Start, danach eher von schlanker Statur, noch etwas Säure und etwas Frucht, irgendwo huscht noch ein bisschen Minze vorbei. Erneut der Eindruck von eingemachten dunklen Früchten. Leder, Zimt, Lakritze, in Fleischsuppe übergehend. Der Wein hat seine Spannkraft verloren, zeigt aber noch Grösse.
Gesamturteil: Für mich leider over the top 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit bräunlich-orangen Reflexen. Schöne Bordeauxnase mit Waldboden-, Tabak- und Lederaromen. Am Gaumen noch viel Power und Extrakt, präsente Gerbstoffe, aber nur noch wenig Frucht. Am Ende leichte Bitternoten. Ein klassischer, straighter Wein im Bordeaux-Stil in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Genusswein zum Dekantieren 18–/20
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W – Dedicato a Walter 2012

Tenuta Poggio al Tesoro, Castagneto Carducci, DOC Bolgheri Superiore
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Cabernet Franc
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 69.-
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Dunkles, undurchdringliches Rot. Würzige, wenn auch verhaltene Nase, im Hintergrund wirken getrocknete Kräuter. Grossartige Würzaromatik, Holz bereits gut eingebunden, viel Kaffee, aber auch Zwetschgenkompott. Sehr komplex, gut strukturiert, schöne Säure, Minze. Zunächst ausgewogen wirkend, zeigt der Wein im Abgang seine Jugendlichkeit: Ungestüme Tannine knallen durch die Gegend, der Mund wird ausgetrocknet und klebt dann zusammen. Geht für mindestens 6 Jahre in die hinterste Ecke des Kellers.
Gesamturteil: Gibt dem Begriff Supertuscan eine neue Dimension; Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Violettrot. Fruchtige Nase mit perfektem Barrique-Toasting. Am Gaumen noch markante, austrocknende Tannine. Trotzdem elegant, rund und ausgewogen und bereits mit den allerersten Reifenoten. Sehr schön vinifiziert und frisch: verkörpert trotz atypischer Traubensorte das Beste des Supertoskaner-Stils.
Gesamturteil: Der beste reinsortige Cabernet Franc auf dem Markt? –18 (Potenzial 18,5/20)
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Trus Crianza 2012

Finca Trus, Piñel de Abajo, DO Ribera del Duero
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Tinto Fino (Tempranillo)
Jahrgang: 2012
Preis: CHF 24.50
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Dichtes Rubin. Erfrischende, recht intensive, kräuterig-rotfruchtige Nase. Sanfte Eichenklänge. Am Gaumen für mich Tempranillo pur. Schöne Leder- und Lakritzenoten, seidene Textur, welche von einer lebendigen Frucht umtänzelt wird. Ein Wein von aristokratischer Eleganz, dahinter verbirgt sich jedoch sinnliche Lebeslust, die zweifelsohne auch für die eine oder andere kleine Orgie zu haben ist.
Gesamturteil: Ein nobler spanischer Beau: 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubinrot. Opulente Nase mit viel Frucht sowie Röst- und Vanillearomen vom Holzausbau. Klar erkennbarer Ribera-Stil. Elegante Struktur mit schöner Säure, aber noch sehr präsenten (jedoch filigranen) Tanninen. Definitiv noch nicht genussreif: Nase und Gaumen klaffen noch zu sehr auseinander. Aber ein gut gemachter Wein in einer interessanten Preisklasse!
Gesamturteil: Nach drei bis fünf Jahren Lagerung: 17,5/20
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Serpico 2001

Irpinia Aglianico del Feudi di San Grecorio, IGT
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Aglianico
Jahrgang: 2001
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 5/2018
Freudiger: Praktisch Schwarz. Frische, fast zitronige Kräuter (Oregano, Thymian). Extrem dicht gewoben, massiver Körper, sehr viel Struktur, dabei aber keineswegs mastig, vielmehr elegant und einladend. Unglaublich erfrischende Minze. Wirkt geradezu jugendlich. Stark adstringierend, massive, aber funky Tannine. Für weitere 5 Jahre gebaut, mindestens.
Gesamturteil: Als Essensbegleiter jetzt schon, als Solist in einigen Jahren gut für 18,5/20
Kaletsch: Dunkles, fast schwarzes Purpur. In der Nase hinter dem Holz (Zedernaroma!) erstmals Frucht, grasige Aromen, Minze und Medizinalnoten. Am Gaumen dicht, aber wunderbar ausbalanciert. Hat die lange dominanten Barriquearomen endlich verarbeitet und gibt nun die Typizität der Traubensorte Aglianico zu erkennen. Überreife Frucht, leicht alkoholisch und noch immer austrocknende Tannine. Modern und gekonnt vinifiziert, trotzdem sind die 98 Parker-Punkte übertrieben.
Gesamturteil: Endlich zugänglich. 18/20
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Comte de Peney 2003

Domaine des Balisiers, Peney, Vin Suisse de Pays
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 2/3 Cabernet Sauvignon, 1/3 Cabernet Franc
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 5/2018
Freudiger: Dunkles, kerniges Bordeauxrot mit aufhellenden Rändern. Vielversprechende, frische Cabernet-Nase mit Brombeeren, Cassis und etwas Leder. Wuchtig-gehaltvoller, dennoch subtiler, geradezu aristokratischer Auftritt. Komplexer Gaumen, ausgewogener Körper, etwas Minze, wiederum viel Frucht, tiefgründig. Gegen Schluss treten körnige, austrocknende Tannine auf. Am Anfang der Trinkreife, derzeit ein perfekter Essensbegleiter.
Gesamturteil: Ehrlich? Blind? Ein Bordeaux! 17+/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpur, fast ohne bräunliche Reflexe. In der Nase schöne Bordeaux-Aromatik mit Tertiäraromen und minimalem Anflug von Oxydation. Am Gaumen rund und ausgewogen mit wachen, am Ende austrocknenden Tanninen ohne Bitternoten. Erinnert an grosse Cabernets aus den USA und Blends aus dem Bordelais.
Gesamturteil: Grosse Klasse aus dem Kanton Genf! 17,5/20
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Clos Fontà 2009

Mas d’en Gil, Marta Rovira, Bellmunt del Priorat, Priorat DOQ
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Garnatxa (Grenache), Cabernet Sauvignon, Cariñena
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Undurchringliches Dunkelrot. Leicht oxidative Nase, Rosinen und Korinthen, dahinter Kräuter in Lauerstellung. Extrem üppig im Mund, sehr dicht, vollgepackt mit schwarzen Früchten, wiederum Eingekochtes, Rumtopf. Fast zuviel des Guten, aber das schön eingebundene Holz und eine frische Mineralität verleihen dem Wein das nötige Rückgrat. Von der Substanz her für die Ewigkeit gebaut, aber die oxidativen Anflüge im Bouquet lassen leichte Zweifel aufkommen. Entwickelt sich an der Luft sehr schön. In einigen Jahren nochmal probieren.
Gesamturteil: Priorat pur. Aber kann er sich noch entwickeln? 18–/20
Kaletsch: Jugendliches, fast violettes Dunkelrot. Wunderbar würzige Nase mit opulenter Frucht, Röstaromen vom Barrique-Ausbau, Vanille, Schokolade und Laktose. Am Gaumen dicht, äusserst konzentriert und noch sehr holzbetont. Göttliche Aromatik, viel Power, viel Extrakt und viele adstringierende Gerbstoffe. In dieser Verfassung nur für Jungweintrinker. Ich empfehle 5 weitere Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Unbedingt dekantieren oder noch reifen lassen! 18+/20 (Potenzial 19)
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Kapitel I 2012

Christian Tschida, Illmitz, Neusiedlersee
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Zweigelt, Cabernet Franc
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. 25.–
Degustiert: 4/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Tiefes, undurchdringliches Rot. Etwas irritierende Nase: nasse Windeln, Keller, dahinter verbirgt sich aber gewaltige Frucht. Im Auftakt ein überzeugender Bordeaux-Groove, dann etwas ruppig, aber grosse Substanz. Die Frucht verbirgt sich hinter der Säure, der Wein wirkt ungewöhnlich rau, tanninreich und stark austrocknend. Eventuell in einer schwierigen Phase, eventuell ist der Cabernet Franc derzeit in der Pubertät. Mindestens zwei, drei Jahre warten. Potenzial; bereits jetzt ein top Essensbegleiter!
Gesamturteil: Macht derzeit nicht nur Spass, ich habe mir den Winzer aber gemerkt… 15,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubin. In der Nase wie ein klassischer Bordeaux-Blend, aber ohne Waldboden-Groove. Wer danach einen Bordeaux erwartet, wird am Gaumen eines besseren belehrt: Zwar sehr tanninreich und adstringierend, aber viel schlanker als angenommen, beinahe dünn. Schöne Frucht und Säure, aber wenig Volumen. Ein Beweis mehr für die unglaubliche Konsequenz des Winzers Christian Tschida, der sich um Massentauglichkeit foutiert und beharrlich seinen eigenen Weg geht.
Gesamturteil: Ein spannender, andersartiger Wein. 17/20
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Saint Laurent Johanniterkeller 2009

Johanniterkeller, Martin Hubacher, Twann, Lac de Bienne
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % St. Laurent
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 35.-
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Düsteres Rubin. Verhaltenes Bouquet mit Sauerkirschen und kräuteriger Würze. Wundervolles Mundgefühl gleich zu Beginn, dann dicht und substanziell, von aristokratischer Eleganz. Wucht und Finesse gleichzeitig. Würzig-frisch, erneut Kirschen ohne Ende. Nach wie vor etwas Holz und Gerbstoffe, die sich aber langsam vollends einbinden. Im Abgang eine ganz leise Enttäuschung.
Gesamturteil: Herrlich unangestrengt. Einer meiner Lieblingsweine. 18+/20
Kaletsch: Rubinrot mit bräunlichen Reflexen. Wunderbar reife und würzige Nase: fruchtig und rund. Am Gaumen eine äusserst breite Aromatik, viel Extrakt und noch markante (aber filigrane) Gerbstoffe. Am Anfang seiner Trinkreife: Bereits jetzt ein Genuss, aber ich weiss aus Erfahrung, dass er durch längere Lagerung noch einen Punkt zulegen wird. Ein Meisterwerk und ein echter «Vin de garde».
Gesamturteil: Etwas vom Besten am Bielersee. 18/20 (Potenzial 19!)
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Morellino di Scansano Riserva 2011

Fattoria Le Pupille, Elisabetta Geppetti, Grosseto, DOCG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 90% Sangiovese, 10% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2011
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Erstaunlich dunkles Rot. Bouquet mit klassischer, verführerischer Eichenholz- und Toscana-Würze mit Liebstöckel und Majoran. Ungemein frische, minzige Frucht, herrlicher Trinkfluss, harmonisch, seiden. Dunkle Kirschen, erneut Minze. Immer noch markante Gerbstoffe, die aber schon jetzt kaum stören und dem Wein weitere Jahre der Entwicklung schenken werden.
Gesamturteil: Elisabetta Geppetti kanns einfach. 17,5/20
Kaletsch: Undurchdringliches Rubinrot. In der Nase schöne Reifearomen, aber auch Holz. Am Gaumen äusserst dicht und mit rustikalen Gerbstoffen. Viel Säure, wie es für einen Sangiovese typisch ist. Kompromisslos als Lagerwein vinifiziert und noch ein gutes Stück von seiner Trinkreife entfernt, was in dieser Preisklasse doch überrascht.
Gesamturteil: Seriöser Wein eines Top-Weinguts. 17,5/20
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