Corton-Perrières 2005

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 90.–
Degustiert: 11/2018
Freudiger: Dunkles Purpur. Zurückhaltende Nase, dann einige noble, fast buttrige Klänge. Auch im ersten Eindruck eher zurückhaltend. Wirkt warm und sanft. Holz gut eingebunden, etwas Frucht vorhanden, derzeit aber zurückgebunden. Recht eindrückliche aber samtene Gerbstoffe. Eine Ahnung von Grösse, aber derzeit extrem adstringierend. Unbedingt dekantieren. Könnte noch zulegen.
Gesamturteil: Wird seinem Renommée auch in diesem Jahrgang nicht ganz gerecht: 17/20
Kaletsch: Mittleres Purpurrot. Eher diskrete, noch holzbetonte Nase mit ersten animalischen und minimal oxidativen Anflügen, lässt eine breite Aromatik erahnen. Am Gaumen schlank, aber sehr lang: viel Säure, viel Tannin, ein klassischer Burgunder in einer reduktiven Phase. Noch gar nicht zugänglich: Braucht viel Zeit, bis er harmonischer ist.
Gesamturteil: Aktuell kein Trinkgenuss, aber ein seriöser Wein: 16,5/20 (Potenzial 18)
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Château Mont-Redon 2010

Domaine de Mont-Redon, Châteauneuf-du-Pape AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cinsault, Grenache, Mourvèdre, Syrah
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 11/2018
Freudiger: Dichtes Granat mit aufhellenden Rändern. Kühle Nase mit Leder, Würze und eingekochten Früchten. Am Gaumen von eher schlanker Statur, dabei aber jederzeit mit einer schönen Präsenz und einer gut begleitenden Säure. Ich meinte überreife Mourvèdere-Frucht zu erkennen. Es dominieren aber würzige Aromen, die ins Bouillonartige zu kippen drohen. Trotzdem darf er noch ein, zwei Jahre lagern.
Gesamturteil: Insgesamt ein klassischer Ch9dP für Einsteiger: 17/20
Kaletsch: Mittleres Granat. Typische Rhone-Nase mit Frische, Frucht und Würze (Syrah-Aromatik). Auch am Gaumen eine schöne Würzigkeit, aber in atypischer Weise ein eher schmales Aromenspektrum. Mittlerer Körper, erstaunliche Länge und noch ziemlich adstringierende Gerbstoffe. Seine beste Genussphase kommt noch!
Gesamturteil: Preislich interessanter Châteauneuf: 17-/20
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Unter der Linde 2005

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern Grand Cru AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Mike H.
Freudiger: Dunkles Purpur. Fulminante Pinot-Nase mit Erdbeerenkonfitüre und jeder Menge Himbeeren, auch eichenduftig. Am Gaumen derzeit massiv adstringierende Gerbstoffe, die praktisch jede Frucht verunmöglichen – falls sie denn da ist. Substanz ist wohl vorhanden, aber auch nur zu erahnen. Säure sehr okay. Viel zu viel Holz, wirkt insgesamt gemacht. Nach Belüftung etwas zugänglicher.
Gesamturteil: Wenn er bloss hielte, was die Nase verspricht… : 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Granat, das an den Rändern ins Bräunliche übergeht. Traumhaft reife Pinot-Nase im Stile eines Top-Burgunders, mit den gewünschten animalischen Anflügen. Am Gaumen viel Säure und Gerbstoff, sehr schlank. Klassisch vinifiziert und sehr lang, am Ende ins Bittere kippend. Zuviel Holz für dieses Traubengut? Oder zu viel Extraktion?
Gesamturteil: Grosse Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen: 15,5/20
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Château Musar 2007

Gaston Hochar, Bekaa Valley
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Cinsault, Carignan, Syrah
Jahrgang: 2007
Preis: Ca. CHF 40.– (Normalflasche)
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Ins Ziegelrot spielendes Granat. Nase mit eingekochten Sultaninen und leicht oxidativen Noten, lässt einen Wein im Amarone-Stil erwarten. Dieselben Noten im Mund, wirkt ultrasüss, Wagenladungen von Weinbeeren, eingekochten Pflaumen und Feigen (?), dazu der übliche, brettige Leder- und Kellergroove. Dann haben die Gerbstoffe ihren Auftritt und nageln die ganze Sache zu. Fast ungeniessbar. Passt vermutlich zu Surströmming (yup, googeln).
Gesamturteil: Gleichzeitig oxidativ und zu jung? Musar war noch nie mein Ding: 15/20
Kaletsch: Helles Purpur mit orange-braunen Reflexen. Animalisch-oxidative Nase, die eine überreife Frucht und Konzentration im Amarone-Stil erwarten lässt. Am Gaumen rosinig und breit. Obwohl im Schöppli-Format, noch sehr jugendlich und mit einigem Gerbstoff. Definitiv noch nicht in bester Genussreife, zeigt aber schon auf, wie gut er werden wird! Mag man, oder mag man nicht.
Gesamturteil: Klar im Pro-Musar-Lager! 17+/20 (Potential 18+)
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Papillon 2014

Orin Swift, Napa Valley Red Wine
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot, Malbec, Cabernet Franc, Petite Sirah
Jahrgang: 2014
Preis: Ca. CHF 100.–
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Adrian Warmbrodt
Freudiger: Knackiges Purpur. Rhône-Nase (!) mit coolen Frucht- und würzigen Minze-Noten, sehr einladend. Der Gaumen eine helle Freude, viel tiefgründige Frucht, dabei sehr frisch wirkend. Umwerfende Struktur und viel Tiefgang. 15,5 Umdrehungen und trotzdem elegant. Zum Schluss Teenoten und noch einmal viel Frucht. Endet lang. Der Wein ist in der Fruchtphase, daher: rasch trinken – oder 15 Jahre weglegen.
Gesamturteil: Man muss es einfach mögen, ob man will oder nicht: 19/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpurviolett. In der Nase eine geballte Ladung Frucht und eine exquisite Barriquewürze. Auch am Gaumen opulente Frucht, sehr dicht und mit filigranen, aber noch deutlich spürbaren Tanninen. Nie billig wirkend, sondern mit klassischer Eleganz. Tolles Gerüst mit schöner Säure, aber noch sehr jugendlich. Ein Monumentalwein, der mit Lagerung noch deutlich zulegen wird.
Gesamturteil: Nicht nur die Flasche ist ein Meisterwerk: 18/20 (Potenzial 19)
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Clos du Marquis 2000

St. Julien AC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 11/2018
Freudiger: Dunkles Granat. Klassische Bordeaux-Nase mit herrlicher Frucht (Cassis, Brombeere, etwas Peperoni). Im Mund sehr homogen, gute Textur, straff und aristokratisch, steht wie eine Eins. Wiederum tolle Frucht, etwas Lakritze. Hat noch Gerbstoffe. Im Abgang etwas kürzer, als es der Gaumen erwarten lässt.
Gesamturteil: Klassischer Spass-Bordeaux, am Anfang der Trinkreife : 17,5/20
Kaletsch: Tiefdunkles Granatrot. Opulente Nase mit reifer Frucht, Röstaromen und Zedernholz, die an erstklassige St-Estèphes erinnert. Am Gaumen ein tolles Gerüst aus Säure und Gerbstoffen. Erste Reifearomen, am Ende noch ziemlich adstringierend. Verträgt noch ein paar Jährchen Lagerung.
Gesamturteil: Echter Genusswein aus gutem Hause: 18-/20
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Punto 2012

Azienda Agricola Punto Zero, IGP – Veneto, Colli Berici (Vicenza)
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 10/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Sehr dichte, fast schwarze Farbe. Geruch nach Rumtopf, üppig, rosiniert, too much. Wahnsinnig dichter Auftritt, prononciert extraktreich, erinnert an eine auf üppig getrimmte Photoshop-Blondine. Im mittleren Gaumen aussagelos, langweilig. Im eher kurzen Abgang dann doch noch etwas Merlot-Frucht. Gesucht, unklarer Ausdruck. Braucht etwas Zeit und entspannt sich im Glas allmählich.
Gesamturteil: Moderner, etwas herkunftsloser Wein, für mich kaum zu bewerten: 16-17/20
Kaletsch: Sehr dunkles Purpur. Opulente Fruchtnase mit viel Zedernholz (Barrique). Am Gaumen äusserst extrahiert, viel Frucht, tendenziell etwas wenig Säure, dafür feine Tannine und Röstaromen vom Barriqueausbau. Eher kurz. Braucht aktuell viel Luft, weil er eindeutig noch zu jung ist. Nicht als Merlot erkennbar, was bei einem Ausbau von 36 Monaten in 100% neuen französischen Barriques nicht überrascht.
Gesamturteil: Ein Merlot im Mainstream-Stil: 17/20 (Potenzial 18?)
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Châteauneuf-du-Pape Barbe Rac 1998

Michel Chapoutier, Appellation Châteauneuf Contrôlée, Côtes du Rhône, Tain l’Hermitage
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Grenache
Jahrgang: 1998
Preis: Ca. CHF 120.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Erstaunlich frisches Rot mit aufhellendem Rand. In der Nase Pflaumenkompott, etwas Wald, Altersnoten. Am Gaumen extreme Rosinen-Süsse. Noch gut strukturiert, präsente Säure, angenehme Textur. Nach etwas Belüftung eine Wahnsinns-Frucht-Kräuter-Orgie. Nach wie vor einige Gerbstoffe vorhanden. Ganz am Schluss noch einmal eine Ladung Lakritze, Kaffee und Kräuter. Perfekter Essensbegleiter; insgesamt verliert der Wein jedoch an Spannung. Deshalb, trotz seiner legendären Lagerfähigkeit: austrinken.
Gesamturteil: Ein eindrückliches Ch9dP-Erlebnis: 18,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Ziegelrot mit Orange-Schimmern. Rosinige und kräuterige Nase, die an einen reifen Amarone erinnert. Am Gaumen traumhaft: Extrem lang, viel Extrakt, erste Reifearomen und eine wunderbare, ätherische Fruchtsüsse, die sogar Giuseppe Quintarelli und Larry Turley zum Staunen bringen würde. Perfekte Trinkreife! Ein ganz grosser Wein!
Gesamturteil: Wehe, wenn Chapoutiers Weine trinkreif sind: 19/20
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Les Rissieux 2012

Neuchâtel AOC, Domaine de la Rochette, Jacques Tatasciore, Cressier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 75.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel funkelndes Rubin. Duft nach Erdbeergelee und Kräutern am Wegrand nach einem Sommerregen. Begleitet von ebenso prägnanten wie perfekten Holznoten. Auch der Gaumen ist geprägt vom Neuholz. Viel Holz. Für mich zu viel Holz. Darunter lodert aber ein dichtes, intensives Pinot-Feuer, ausserordentlich dicht gewoben, komplex mit schwarzen Kirschen. Könnte in einigen Jahren grossartig sein, ich sehe Potenzial für 18 Punkte, wenn nicht mehr – falls sich die Barriquenoten tatsächlich einfügen.
Gesamturteil: Im aktuellen Zustand nur für Biber und andere Eichenraspler: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot, eher dunkel für einen Pinot Noir. Opulente Nase mit Frucht und viel Eichenholzwürze. Am Gaumen breite Aromatik, viel Frucht, viel Extrakt und feine Tannine. Ein exzellenter Pinot im Barrique-Stil schweizerischer Prägung, perfekt ausgewogen und mit grosser Lagerfähigkeit. Ein rarer Tropfen eines Winzers mit Weltklasseniveau.
Gesamturteil: Für Liebhaber von Barrique-Pinots: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Corton-Perrières 2008

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Helles Granat mit leichten Braunreflexen. Geruch nach Kuhstall und nassem Hund, nach Belüftung Brombeeren und Erdbeergelee. Klassischer Pinot-Noir-Gaumen. Eher bescheiden strukturiert und leichtgewichtig aber durchaus mehrdimensional. Leider kaum Frucht. Sehr trocken, adstringierend. Abgang würzig, mittellang. Schwierige Phase? Kommt noch was? In fünf Jahren nochmal probieren; aber für dieses Geld bekommt man wesentlich gehaltvollere Pinots aus der Schweiz und Deutschland.
Gesamturteil: Für einen Grand Cru dieser Lage enttäuschend: 15/20
Kaletsch: Helles Granatrot mit bereits leichtem Orange-Einschlag. Zurückhaltende Nase mit atypisch wenig Frucht (wo sind die roten Beeren?), leicht ausgetrocknet, animalisch und rostig wirkend. Am Gaumen dann klar als Pinot erkennbar: schöne Struktur, genügend Säure und noch gut spürbare Tannine, aber für einen Grand Cru doch überraschend wenig Extrakt. Befindet sich entweder in einer reduktiven Phase, oder das Traubengut war nicht erstklassig.
Gesamturteil: 17-/20
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Big Red Beast 2017

Côtes Catalanes IGP, les Celliers Jean d'Alibert
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Alicante Bouschet, Merlot, Grenache Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah, Pinot Noir, Malbec, Cabernet Franc, Carignan
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel schimmerndes Rot. Im Bouquet süsse, kandierte Früchte, eingemachte, eingedampfte, assugrin-gesüsste, künstliche Himbeeren. Lässt an Panettone denken (Zitat Zapfenzieher). Auch am Gaumen gewaltige, aber künstlich wirkende Fruchtsüsse, much too much, dies bei wenig Struktur und kaum vorhandenem Abgang. Hier wurde zu viel versucht.
Gesamturteil: Eine Art alkoholischer Brotaufstrich für die Generation Red Bull: 13/20
Kaletsch: Mittleres Purpur, das fast in Richtung Violett geht. Aussergewöhnliche, aber etwas künstlich wirkende Nase mit Himbeer- und Apfel(!)-Aromatik. Am Gaumen ausgewogen, aber kurz. Massiv auf «ready-to-drink» getrimmt. Keine störenden Noten, aber etwas gar süsslich geraten (ohne echte Extraktsüsse). Unverständlich, weshalb Mövenpick diesen Wein so positiv bewertet (mit anderer Angabe der verwendeten Traubensorten).
Gesamturteil: Getunter Marketingwein: 14/20
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Château Phélan-Ségur 2005

AC Saint-Estèphe Cru bourgeois exceptionnel
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Merlot, 47% Cabernet Sauvignon, 3% Cabernet Franc
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 9/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Yessss! Bereits in der Nase einnehmende, verführerische, betörende Düfte; dunkelfruchtig mit Kräuternoten, die sich mit etwas Belüftung entwickeln. Am Gaumen füllig, eingekochte Zwetschgen mit viel Rahm, dichte Frucht, harmonisch. Herrliches, perfekt eingebundenes Toasting, nach wie vor mit viel Kaffee und Vanillie. Wirkt ein kleines bisschen wie ein Schönling. Wundervoller, langer Abgang.
Gesamturteil: Coup de Coeur! 19/20
Kaletsch: Mitteldunkles Purpur mit lila Schimmer. Sehr typische Saint-Estèphe-Nase mit Frucht, Zedernaromatik, Tabak und einem Toasting im Stil von Cos d’Estournel. Am Gaumen ist hinter dem markanten Gerbstoff-Gerüst viel Frucht und eine beeindruckende Struktur erkennbar. Zweifellos ein grosser Wein, der die besten Jahre noch vor sich hat. Mindestens noch fünf Jahre reifen lassen!
Gesamturteil: Jetzt schon zu trinken, wäre schade! 18/20 (Potenzial 19!)
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The Coppermine Road 1999

D’Arenberg, McLaren Vale
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 1999
Preis: Ca. CHF 50.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kräuterige Altersnoten dominieren die Nase, auch einige Medizinaltöne (Jod). Extrem mundfüllender Auftritt mit völlig unerwarteter Süsse. Ultimativ extraktreich, dicht, fast cremig im Mund. Viele Tertiäraromen. Daneben jedoch eine knackige Säure. Frucht hingegen ist kaum mehr vorhanden. Abgang mit prägnanten Eindrücken von Zigarrenkiste.
Gesamturteil: Für Gerontophile sicher 19 Punkte, für mich over the top; noch 16/20
Kaletsch: Purpur mit bräunlichen Rändern. In der etwas fehlerhaften Nase Kräuter, Jod, Bouillon, Zedernholz und Eukalyptus, aber leider auch oxydative und madeirisierte Töne. Am Gaumen dann lupenrein, dicht, extraktreich mit schönen Cabernet-Fruchtaromen und einer wunderbaren Extraktsüsse sowie schönen Länge.
Gesamturteil: Bei perfektem Bouquet 18,5, so nur 17,5/20
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Château Branaire 2001

Saint-Julien Grand Cru Classé
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot, 5% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot
Jahrgang: 2001
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Fast jugendliches, extrem dunkles Rubin. Diskrete, aber sehr typische Nase mit dunklen Früchten und Curry-Klängen. Am Anfang herrliche Bordeaux-Aromatik. Dann jedoch etwas gar dünn; es mangelt an Struktur, gegen Ende einige Andeutungen von Fleischsuppe. Eher am Ende der Trinkreife.
Gesamturteil: Für Liebhaber des klassischen Altherrenbordeaux. Austrinken 16/20
Kaletsch: Recht dunkles, fast ins Violettrot kippendes Rubin. Verhaltenes, reduktiv wirkendes Bouquet mit Zedern und Toastingaromen. Nach längerer Belüftung dann Reife- und Tertiäraromen wie Leder. Am Gaumen präsente, aber nie störende Gerbstoffe, bereits sehr trinkreif und erstaunlich wenig Extrakt. Ein einfacher Bordeaux, der bereits jetzt Spass macht.
Gesamturteil: Einfacher Trinkgenuss für Bordeaux-Fans. 17/20
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Ser Lapo 2013

Castello di Fonterutoli, Marchesi Mazzei, Castellina in Chianti, Chianti Classico Riserva DOCG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 90% Sangiovese, 10% Merlot
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 25.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Recht düstere Farbe für einen Chianti. Komplexe, vielschichtige Nase mit Duft nach schwarzen Kirschen, lässt an Cabernet Sauvignon denken. Am Gaumen dann klarer Toscana-Groove mit schöner Säure, erneut Kirschen aller Art sowie Brombeeren und ganz leichte grüne Klänge. Eher mittelgewichtig, vielleicht gar etwas dünn, braucht vielleicht noch ein paar Jahre.
Gesamturteil: Ein toller Spaghetti-Wein, mehr wohl nicht 16+/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot. Wunderschöne Nase mit Toasting- und Reifearomen, die stark an einen Blend im Supertoskaner-Stil erinnert. Am Gaumen eine für einen Sangiovese typische Säure, die klares Rückgrat bildet. Ein schlanker, nerviger Wein mit schöner Länge, aber wenig Breite. Am Ende hinterlassen die Tannine einen leicht grasigen Eindruck. Leider eine Dysbalance zwischen Nase und Gaumen.
Gesamturteil: Eine Abwechslung für Sangiovese-Liebhaber. 16/20
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Trocla Nera 2009

Weingut zur Sonne, Christian Obrecht, Jenins, AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kerniges Purpur mit aufhellenden Rändern. Wundervoller Pinot-Duft; der Eichenfassausbau ist sehr präsent aber wunderschön mit Kaffee- und Schokoladenoten sowie kaltem Kaminrauch. Fester, gradliniger Auftritt, sehr viel Frucht, sehr viel Eiche, aber herrlich eingebunden, rund und harmonisch. Ungemein frisch, komplex, würzig. Herrschaft at it’s best! Erreicht gerade seine Trinkreife, ich würde trotzdem erst in fünf Jahren wieder probieren.
Gesamturteil: Für meinen Gaumen einer der besten Herrschäftler seit langem. 18/20
Kaletsch: Recht tiefes Ziegelrot mit Purpurtönen. Traumhafte Pinot-Nase mit Röstaromen vom Eichenholz, Kaffee, Frucht und Reifesüsse. Beeindruckende Struktur. Am Gaumen zeigt sich die perfekte Balance. Der Barrique-Ausbau ist zwar markant, aber das Holz ist perfekt integriert. Ein Wein ohne Fruchtopulenz, aber mit wunderbarer Länge. Schon jetzt ein Trinkspass!
Gesamturteil: Ein Pinot im Barrique-Stil, wie ich es liebe. 17,5/20
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Lafon La Tuilerie 2005

Saint-Emilion Grand Cru
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Biberfladen-Marzipan-Nase und einiges an dunklen Früchten. Extraktreich, dicht, rund, vollgepackt mit ganzen Ladungen von Früchten, dennoch sehr ausgewogen wirkend. Einige Kräuternoten, als ob Cabernet Franc im Spiel wäre. Viel Substanz, viel Holz, aber bereits sehr harmonisch, kann jedoch noch zulegen. Dürfte wesentlich teureren Saint-Emilons ohne weiteres das Wasser reichen.
Gesamturteil: Bordeaux mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Granatrot. Opulentes Bouquet mit markantem Toasting und Frucht. Am Gaumen eine wahre Explosion: viele (feine) Tannine, viele Aromen, viel Frucht, viel Extrakt. Hart an der Grenze zu «too many notes». Ein sehr moderner, extrahierter Wein, der eine lange Lagerung benötigt. Zweifellos ein spannendes (Kalk-)Terroir und ein ehrgeiziger Winemaker.
Gesamturteil: Modern, extraktreich und noch nicht ganz ready. 17+/20 (Potenzial 18+)
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Schlossberg «R» 2010

Weingut Bernhard Huber, Malterdingen, Baden, Qualitätswein GG
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Pinot Noir
Jahrgang: 2010
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 6/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Kerniges Granat mit aufhellendem Rand. Noble, tiefgründige, dunkelfruchtige, viel verheissende Nase. Süsser Auftakt, dicht gewoben, samtene Textur. Die Frucht zeigt sich erst nach und nach, wirkt aber im Hintergrund wie ein fein gewobenes Netz der Verführung. Toller Trinkfluss, Holz bereits gut eingebunden, im Abgang aber noch von Gerbstoffen dominiert. Darf noch lagern.
Gesamturteil: Ganz grosses Pinot-Kino aus Badischen Landen. 18/20
Kaletsch: Mittelhelles Granatrot mit orangen Reflexen. Sehr runde, holzbetonte und würzige Pinotnase mit ersten Reifenoten. Am Gaumen perfekt ausbalanciert: Das Holz ist schön eingebunden, die Säure nie dominant, die Tannine sind filigran. Ein toller Wurf mit unglaublicher Länge. Die erste Extraktsüsse zeigt, dass der Wein am Beginn seiner optimalen Trinkreife steht.
Gesamturteil: Ein Pinot Noir, dessen Barrique-Stil die Herkunft verrät. 18/20
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Balino 2002

Cantina Kopp von der Crone, Castel San Pietro, Vino da tavola della Svizzera Italiana
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 95% Merlot, 5% Arinarnoa und Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 06/2018
Freudiger: Dunkles Rot mit Braunreflexen. Verhaltene Nase mit leisen Kellertönen, etwas dumpf, eingemachte Pflaumen. Süsser, vollreifer Start, danach eher von schlanker Statur, noch etwas Säure und etwas Frucht, irgendwo huscht noch ein bisschen Minze vorbei. Erneut der Eindruck von eingemachten dunklen Früchten. Leder, Zimt, Lakritze, in Fleischsuppe übergehend. Der Wein hat seine Spannkraft verloren, zeigt aber noch Grösse.
Gesamturteil: Für mich leider over the top 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit bräunlich-orangen Reflexen. Schöne Bordeauxnase mit Waldboden-, Tabak- und Lederaromen. Am Gaumen noch viel Power und Extrakt, präsente Gerbstoffe, aber nur noch wenig Frucht. Am Ende leichte Bitternoten. Ein klassischer, straighter Wein im Bordeaux-Stil in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Genusswein zum Dekantieren 18–/20
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W – Dedicato a Walter 2012

Tenuta Poggio al Tesoro, Castagneto Carducci, DOC Bolgheri Superiore
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Cabernet Franc
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 69.-
Degustiert: 6/2018
Freudiger: Dunkles, undurchdringliches Rot. Würzige, wenn auch verhaltene Nase, im Hintergrund wirken getrocknete Kräuter. Grossartige Würzaromatik, Holz bereits gut eingebunden, viel Kaffee, aber auch Zwetschgenkompott. Sehr komplex, gut strukturiert, schöne Säure, Minze. Zunächst ausgewogen wirkend, zeigt der Wein im Abgang seine Jugendlichkeit: Ungestüme Tannine knallen durch die Gegend, der Mund wird ausgetrocknet und klebt dann zusammen. Geht für mindestens 6 Jahre in die hinterste Ecke des Kellers.
Gesamturteil: Gibt dem Begriff Supertuscan eine neue Dimension; Potenzial für 19/20
Kaletsch: Dunkles Violettrot. Fruchtige Nase mit perfektem Barrique-Toasting. Am Gaumen noch markante, austrocknende Tannine. Trotzdem elegant, rund und ausgewogen und bereits mit den allerersten Reifenoten. Sehr schön vinifiziert und frisch: verkörpert trotz atypischer Traubensorte das Beste des Supertoskaner-Stils.
Gesamturteil: Der beste reinsortige Cabernet Franc auf dem Markt? –18 (Potenzial 18,5/20)
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