Châteauneuf-du-Pape Barbe Rac 1998

Michel Chapoutier, Appellation Châteauneuf Contrôlée, Côtes du Rhône, Tain l’Hermitage
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Grenache
Jahrgang: 1998
Preis: Ca. CHF 120.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Erstaunlich frisches Rot mit aufhellendem Rand. In der Nase Pflaumenkompott, etwas Wald, Altersnoten. Am Gaumen extreme Rosinen-Süsse. Noch gut strukturiert, präsente Säure, angenehme Textur. Nach etwas Belüftung eine Wahnsinns-Frucht-Kräuter-Orgie. Nach wie vor einige Gerbstoffe vorhanden. Ganz am Schluss noch einmal eine Ladung Lakritze, Kaffee und Kräuter. Perfekter Essensbegleiter; insgesamt verliert der Wein jedoch an Spannung. Deshalb, trotz seiner legendären Lagerfähigkeit: austrinken.
Gesamturteil: Ein eindrückliches Ch9dP-Erlebnis: 18,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Ziegelrot mit Orange-Schimmern. Rosinige und kräuterige Nase, die an einen reifen Amarone erinnert. Am Gaumen traumhaft: Extrem lang, viel Extrakt, erste Reifearomen und eine wunderbare, ätherische Fruchtsüsse, die sogar Giuseppe Quintarelli und Larry Turley zum Staunen bringen würde. Perfekte Trinkreife! Ein ganz grosser Wein!
Gesamturteil: Wehe, wenn Chapoutiers Weine trinkreif sind: 19/20
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Corton-Perrières 2008

Dubreuil-Fontaine, Pernand-Vergelesses, Appellation Corton-Perrières Grand Cru Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2008
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Helles Granat mit leichten Braunreflexen. Geruch nach Kuhstall und nassem Hund, nach Belüftung Brombeeren und Erdbeergelee. Klassischer Pinot-Noir-Gaumen. Eher bescheiden strukturiert und leichtgewichtig aber durchaus mehrdimensional. Leider kaum Frucht. Sehr trocken, adstringierend. Abgang würzig, mittellang. Schwierige Phase? Kommt noch was? In fünf Jahren nochmal probieren; aber für dieses Geld bekommt man wesentlich gehaltvollere Pinots aus der Schweiz und Deutschland.
Gesamturteil: Für einen Grand Cru dieser Lage enttäuschend: 15/20
Kaletsch: Helles Granatrot mit bereits leichtem Orange-Einschlag. Zurückhaltende Nase mit atypisch wenig Frucht (wo sind die roten Beeren?), leicht ausgetrocknet, animalisch und rostig wirkend. Am Gaumen dann klar als Pinot erkennbar: schöne Struktur, genügend Säure und noch gut spürbare Tannine, aber für einen Grand Cru doch überraschend wenig Extrakt. Befindet sich entweder in einer reduktiven Phase, oder das Traubengut war nicht erstklassig.
Gesamturteil: 17-/20
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Big Red Beast 2017

Côtes Catalanes IGP, les Celliers Jean d'Alibert
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Alicante Bouschet, Merlot, Grenache Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah, Pinot Noir, Malbec, Cabernet Franc, Carignan
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 15.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel schimmerndes Rot. Im Bouquet süsse, kandierte Früchte, eingemachte, eingedampfte, assugrin-gesüsste, künstliche Himbeeren. Lässt an Panettone denken (Zitat Zapfenzieher). Auch am Gaumen gewaltige, aber künstlich wirkende Fruchtsüsse, much too much, dies bei wenig Struktur und kaum vorhandenem Abgang. Hier wurde zu viel versucht.
Gesamturteil: Eine Art alkoholischer Brotaufstrich für die Generation Red Bull: 13/20
Kaletsch: Mittleres Purpur, das fast in Richtung Violett geht. Aussergewöhnliche, aber etwas künstlich wirkende Nase mit Himbeer- und Apfel(!)-Aromatik. Am Gaumen ausgewogen, aber kurz. Massiv auf «ready-to-drink» getrimmt. Keine störenden Noten, aber etwas gar süsslich geraten (ohne echte Extraktsüsse). Unverständlich, weshalb Mövenpick diesen Wein so positiv bewertet (mit anderer Angabe der verwendeten Traubensorten).
Gesamturteil: Getunter Marketingwein: 14/20
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Château Phélan-Ségur 2005

AC Saint-Estèphe Cru bourgeois exceptionnel
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 50% Merlot, 47% Cabernet Sauvignon, 3% Cabernet Franc
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 45.–
Degustiert: 9/2018, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Yessss! Bereits in der Nase einnehmende, verführerische, betörende Düfte; dunkelfruchtig mit Kräuternoten, die sich mit etwas Belüftung entwickeln. Am Gaumen füllig, eingekochte Zwetschgen mit viel Rahm, dichte Frucht, harmonisch. Herrliches, perfekt eingebundenes Toasting, nach wie vor mit viel Kaffee und Vanillie. Wirkt ein kleines bisschen wie ein Schönling. Wundervoller, langer Abgang.
Gesamturteil: Coup de Coeur! 19/20
Kaletsch: Mitteldunkles Purpur mit lila Schimmer. Sehr typische Saint-Estèphe-Nase mit Frucht, Zedernaromatik, Tabak und einem Toasting im Stil von Cos d’Estournel. Am Gaumen ist hinter dem markanten Gerbstoff-Gerüst viel Frucht und eine beeindruckende Struktur erkennbar. Zweifellos ein grosser Wein, der die besten Jahre noch vor sich hat. Mindestens noch fünf Jahre reifen lassen!
Gesamturteil: Jetzt schon zu trinken, wäre schade! 18/20 (Potenzial 19!)
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Château Branaire 2001

Saint-Julien Grand Cru Classé
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 70% Cabernet Sauvignon, 22% Merlot, 5% Cabernet Franc, 3% Petit Verdot
Jahrgang: 2001
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Fast jugendliches, extrem dunkles Rubin. Diskrete, aber sehr typische Nase mit dunklen Früchten und Curry-Klängen. Am Anfang herrliche Bordeaux-Aromatik. Dann jedoch etwas gar dünn; es mangelt an Struktur, gegen Ende einige Andeutungen von Fleischsuppe. Eher am Ende der Trinkreife.
Gesamturteil: Für Liebhaber des klassischen Altherrenbordeaux. Austrinken 16/20
Kaletsch: Recht dunkles, fast ins Violettrot kippendes Rubin. Verhaltenes, reduktiv wirkendes Bouquet mit Zedern und Toastingaromen. Nach längerer Belüftung dann Reife- und Tertiäraromen wie Leder. Am Gaumen präsente, aber nie störende Gerbstoffe, bereits sehr trinkreif und erstaunlich wenig Extrakt. Ein einfacher Bordeaux, der bereits jetzt Spass macht.
Gesamturteil: Einfacher Trinkgenuss für Bordeaux-Fans. 17/20
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Lafon La Tuilerie 2005

Saint-Emilion Grand Cru
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Biberfladen-Marzipan-Nase und einiges an dunklen Früchten. Extraktreich, dicht, rund, vollgepackt mit ganzen Ladungen von Früchten, dennoch sehr ausgewogen wirkend. Einige Kräuternoten, als ob Cabernet Franc im Spiel wäre. Viel Substanz, viel Holz, aber bereits sehr harmonisch, kann jedoch noch zulegen. Dürfte wesentlich teureren Saint-Emilons ohne weiteres das Wasser reichen.
Gesamturteil: Bordeaux mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. 18/20
Kaletsch: Dunkles, dichtes Granatrot. Opulentes Bouquet mit markantem Toasting und Frucht. Am Gaumen eine wahre Explosion: viele (feine) Tannine, viele Aromen, viel Frucht, viel Extrakt. Hart an der Grenze zu «too many notes». Ein sehr moderner, extrahierter Wein, der eine lange Lagerung benötigt. Zweifellos ein spannendes (Kalk-)Terroir und ein ehrgeiziger Winemaker.
Gesamturteil: Modern, extraktreich und noch nicht ganz ready. 17+/20 (Potenzial 18+)
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Bad Boy Gold 2006

Jean-Luc Thunevin, Côtes du Roussillon Villages AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 60% Grenache, 30% Syrah, 10% Carignan
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. CHF 65.–
Degustiert: 12/2017
Freudiger: Fast schwarzes Purpur. Süssholz-Düfte mit Garrigue-Würze. Gewaltige Struktur mit viel frischer Frucht und Lakritze, aber dann viel zu gemacht, marmeladig, overdone, auch zu viel Holz. Modern durch und durch, Thunevin-tuned.
Gesamturteil: Qualität unleugbar vorhanden, aber da hat man zu viel gewollt. 18/20
Kaletsch: Dunkles Violett. Frische, jugendliche Nase mit viel Frucht und markantem Barrique-Toasting. Am Gaumen opulente Frucht, saftig, dicht und sehr extrahiert. Ohne Zweifel ein moderner, getunter Wein vom «Schwarzen Schaf» Jean-Luc Thunevin (Zitat Robert Parker, deshalb auch das Schaf auf der Etikette), der fast zu gefällig ist.
Gesamturteil: Moderner Garagenwein. 18/20
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Château de Fieuzal 1996

Château de Fieuzal, Pessac-Leognan
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 60 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 5 % Cabernet Franc, 5 % Petit Verdot
Jahrgang: 1996
Preis: Ca. CHF 60.–
Degustiert: 12/2017
Freudiger: Tiefdunkles Granat. Klassische Bordeaux-Nase mit betörenden Brombeer- und Cassisnoten begleitet von viel Paprika. Wahnsinnsdruck, verblüffend jugendlich. Leder, Kaffee, schöne Frucht und viel parfümiertes Holz. Ausserordentlich harmonisch, muskulös und elegant. Noch immer ist markantes Tannin vorhanden. Dementsprechend verabschiedet sich der Wein mit einem Versprechen.
Gesamturteil: Bordeaux-Spass pur, wenn auch eher für Liebhaber. 18/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Typisch rauchige Bordeaux-Aromatik mit Waldboden, Tabak und Leder, aber auch viel Frucht und deutlicher Barrique-Note (Röstaromen). Das Tannin, das dem Jahrgang geschuldet ist, dominiert und sorgt und für einen herben Gesamteindruck. Ein paar Jahre zusätzliche Lagerung machen den Wein sicher weicher.
Gesamturteil: Ein Wein für Bordeaux-Terroiristen. 17,5/20
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Château Calon-Ségur 1995

Grand Cru Classé, Appellation Saint-Estèphe Contrôllée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc
Jahrgang: 1995
Preis: ca. CHF 100.–
Degustiert: 10/2017
Freudiger: Dunkel funkelndes Rubin. Klassische Bordeaux-Nase mit viel Brombeeren, Kaffee und Paprika-Noten. Am Gaumen ohne jedes Zeichen von Alter. Schon im Ansatz viele Gerbstoffe. Eher diskrete Frucht, trotzdem mundfüllend, schöne Substanz, etwas Erde, etwas Pferdestall. Kernig-elegant, aristokratisch. Ellenlanger Abgang. Am Anfang der Trinkreife.
Gesamturteil: Klassischer Bordeaux, etwas viel Tannin, 17/20
Kaletsch: Dunkles Rubinrot. Typisch-würzige St-Estèphe-Nase mit Aromen von Zedern und Tabak, die an Cos d’Estournel erinnert. Markantes Gerbstoffgerüst, das eher für 1994 typisch wäre. Am Gaumen mit den austrocknenden Tanninen erst am Beginn der Trinkreife: ein animalisches Kraftpaket. Trotz diesem kompromisslosem Stil kann ich die 95 Parker-Punkte nicht nachvollziehen.
Gesamturteil: Klassiker für Bordeaux-Fans, 18/20
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Gigondas 2010

E. Guigal Château d‘Ampuis, Appellation Gigondas Contrôlée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 65% Grenache, 25% Mourvèdre, 10 % Syrah
Jahrgang: 2010
Preis: ca. CHF 25.–
Degustiert: 10/2017
Freudiger: Noch jugendliches Rubin. Riecht nach weissem Pfeffer und Siedfleisch; lässt einen reifen Wein erwarten. Im Mund jedoch äusserst jugendlich. Straffe Substanz, begleitet von einer tollen, eleganten Säure; gleichzeitig Ecken und Kanten. Ungestüme Gerbstoffe, wirkt noch nicht ausgereift. Nach Belüftung etwas harmonischer. Bereits jetzt ein schöner Essensbegleiter, lohnt aber einige Jahre Lagerung.
Gesamturteil: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 17/20
Kaletsch: Dunkelrubin mit violetten Reflexen. Verlockende Rhone-Nase mit schönen Reifetönen und viel Frucht. Am Gaumen überraschend wild. Knackige Säure und Adstringenz durch viel Tannin. Ein Spassmacher, der sein Geld wert ist, obwohl sich der Wein noch etwas in Dysbalance befindet.
Gesamturteil: Sicherer Wert, 17,5/20.
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