Sassi Grossi 2005

DOC Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 80.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Verheissungsvolles, dunkles Purpur. Verhaltene, sehr kühle Nase, an Bordeaux erinnernd. Von Beginn weg sehr dicht, extraktreich und substanziell, aber eher wenig Frucht. Erste Reifetöne. Lässt seine Klasse erahnen, scheint aber in einer eher schwierigen Phase zu sein. Am Schluss kommen Panzerfaust-Gerbstoffe, die nach weiterer Lagerung verlangen, aber nicht so recht zu den ersten Tertiäraromen passen wollen. Andererseits: Wenn sich das findet, wirds richtig gut.
Gesamturteil: Aktuell eher unzugängliche Ticino-Ikone; Potenzial für 18+/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot. Überraschend reife Nase mit etwas Frucht und vielen animalischen Tertiäraromen: Leder und Tabak. Am Gaumen überzeugt die brillante Struktur: sehr dicht und extrahiert, aber dank filigranen Gerbstoffen und stützender Säure äusserst homogen und schier unendlich lang. Hier stört nichts, aber die Aromatik überzeugt aktuell nicht auf der ganzen Linie.
Gesamturteil: Hat er den Peak bereits erreicht? 18–/20
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Visperterminen 2000

St. Jodern Kellerei Visperterminen, AOC Wallis
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: Gamay, Pinot Noir, Diolinoir
Jahrgang: 2000
Preis: Ca. CHF 17.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles, erstaunlich jugendliches Granat mit aufhellenden Rändern und braunen Reflexen. Zunächst typischer Pinot-Duft, Waldbeeren, nasser Hund. Am Gaumen klar über den Berg, kaum noch Frucht, dafür Todessüsse. Leder, Waldboden und nasses Laub. Keine Spannkraft und auch keine Länge mehr.
Gesamturteil: Für Freunde des Morbiden: 14/20
Kaletsch: Besorgniserregende orangebräunliche Farbe. In der Nase setzt sich die Befürchtung des Scheintots fort: etwas Holz, dazu teils unangenehme Tertiäraromen. Am ehesten mit einem (zu) alten Pinot Noir vergleichbar. Am Gaumen dann die Offenbarung: genügend Extrakt und Säure, überraschend stabile Struktur und eine überzeugende Balance. Der Wein, der wohl am ehesten dem heutigen «Mitra» entspricht, hat den Peak überschritten, aber die 20 Jahre dank guter Vinifikation (Barrique!) einigermassen verdaut. Schade nur, dass die Fruchtaromen komplett fehlen.
Gesamturteil: Wenn nur das Bouquet besser wäre... 14,5/20
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Crescendo 2012

Ticino DOC, Mike Rudolph, Tenuta San Giorgio, Cassina d’Agno
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 35.–
Degustiert: 4/2020
Freudiger: Dunkles Purpur. Superklassische Merlot-Duftorgie mit reifen Brombeeren und Cassis sowie klaren Holznoten. Am Gaumen durchaus füllig und trotzdem elegant. Etwas hellere Früchte, dazu Schokolade und recht heftige Eichenholzaromatik. Mittlere Struktur. Schöne Gerbstoffe, die ganz am Schluss klar signalisieren, dass man noch zwei, drei Jahre warten sollte.
Gesamturteil: Der hedonistischste von Mike Rudolphs Merlots: 17,5/20
Kaletsch: Dunkles Purpurrot ohne Altersspuren. Ein Bouquet zum Reinbeissen: rauchiges Toasting und viel üppige Frucht. Richtig – excusez l’expression – «geil»! Am Gaumen dann nicht so extrahiert wie erwartet: die Dichte und die aromatische Intensität fehlen etwas, die kernigen Gerbstoffe vermitteln einen Schuss Rustikalität. Kein Wein für Liebhaber dichter oder finessenreicher Weine, aber ein echter Mike Rudolph!
Gesamturteil: Gekonnter Barrique-Einsatz: 17/20
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Parcelle No. 982 Grand Cru 2017

Séléction Nature, Domaine de la Ville de Morges
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Gamay
Jahrgang: 2017
Preis: Ca. CHF 22.– (Normalformat)
Degustiert: 2/2020, eingereicht von Yves Beck
Freudiger: Helles Rot mit Violettreflexen. Süsser Auftakt mit Erdbeermarmelade. Am Gaumen eher schlank, sehr lebendig, komplex, gleichzeitig eine gewisse Stoffigkeit. Mit der Zeit treten Kaffeenoten auf. Langer Abgang mit seidenfeinen Gerbstoffen. Der Wein vermag in allen Hinsichten zu punkten, und trotzdem will nichts so recht zusammen zu passen. Von Harmonie keine Spur; und von Sortentypizität schon gar nicht.
Gesamturteil: Ein anspruchsvolles Naturwein-Erlebnis: 14,5/20
Kaletsch: Mittelhelles Purpur mit violettem Einschlag. Äusserst fruchtig-beerige Nase mit aufregend-wilder, ungewohnter Aromatik. Am Gaumen nicht sehr dicht oder konzentriert, dafür mit überraschender Länge. Eine wilde Achterbahnfahrt der Struktur und der Aromen: Anfangs sogar etwas Kohlensäure, viel Primärfrucht, am Ende leichte Bitternoten, die aber nicht stören. Sehr bekömmlich. «Jamais Gamay» war einmal: mehr davon!
Gesamturteil: Kampf dem Mainstream! 17+/20
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Humagne Rouge 2014

Grand Brûlé, Domaine de l'état du Valais, Leytron
Rubrik: Alltagsweine
Trauben: 100% Humagne Rouge
Jahrgang: 2014
Preis: CHF 19.–
Degustiert: 12/2019, eingereicht von Zapfenzieher
Freudiger: Rubin mit einem Hang zum Violetten. Eher diskrete, rotfruchtige, feinstoffige Nase mit etwas Leder und Holznoten. Unerwartet samten im Antrunk, Wildkirsche. Es geht sanftmütig weiter, alles sehr ruhig und entspannt. Kein Blender, kein Holz im Spiel. Im Abgang derzeit noch etwas ruppig, aber die Gerbstoffe dürften sich noch einbinden. Von der Substanz her ist Potenzial vorhanden, aber fürs Altern fehlt wohl etwas Säure.
Gesamturteil: Erstaunlich zahmer Humagne-Genuss: 15/20
Kaletsch: Mittleres Rubinrot. Frische, jugendliche Nase mit viel Beerenfrucht, sehr einnehmend. Am Gaumen dann eine deutliche Diskrepanz: kräftige, adstringierende Gerbstoffe und etwas wenig Säure, alles andere als ein Trinkspass. Ein wilder Geselle, der sich noch nicht in bester Genussreife präsentiert.
Gesamturteil: Wenn der Gaumen hielte, was die Nase verspricht: 15+/20
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Pinot Noir Keller am See 2015

Keller am See, Bielersee AOC, Christian Dexl, Bipschal
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2015
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 12/2019
Freudiger: Durchscheinendes Granat mit Braunreflexen (!), zurückhaltende aber edle, eichen-parfümierte Pinot-Nase mit Waldfrüchten und etwas Herbstlaub; leicht störender Alkoholton. Im ersten Eindruck burgundisch warm, mit zarter Frucht. Dann mundfüllend-stoffig und zunehmend mächtig wirkend. Holz gut eingebunden, schöne Struktur. Gute Substanz, hat noch Potenzial.
Gesamturteil: Untypisch für den See, aber das lässt man sich gefallen 16+/20
Kaletsch: Mittelhelles Rot mit bräunlichem Einschlag. Defensive Nase mit dominierender Holznote, etwas Frucht und einem Anflug von Aceton, wirkt aktuell eher reduktiv. Am Gaumen überraschen die breite Aromatik und die respektable Länge. Schönes Gerbstoffgerüst. Wirkt für einen Pinot Noir vom Bielersee eher kräftig und wild. Hat durchaus noch Potenzial und pfeift ganz offensichtlich auf aristokratische Eleganz.
Gesamturteil: Beweist nicht nur mit der Etikette Stil: 17–/20
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PARADIS 2017

Weinkellerei Hasler, Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 34.–
Bezugsquelle: Weinkellerei Hasler
Degustiert: 8/2019, eingereicht von Weinkellerei Hasler
Freudiger: Helles, sehr einladendes Rot. Kirschnase mit Marzipananflügen. Betörend süsser Auftakt. Wickelt einen dann mit lässigem, äusserst elegantem Charme um den Finger. Ruhige, warme, burgundische Qualitäten, dazu Waldfrüchte. Schöne Textur, alles harmonisch vereint, erstaunlich trinkfertig. Eine weitere schöne Leistung von Lukas Hasler mit hohem Coolness-Faktor.
Gesamturteil: Überraschend trinkreifer Spass-Pinot vom Bielersee 17/20
Kaletsch: Helles, ins Ziegelrot ziehendes Rot mit ersten bräunlichen Reflexen. Frische, fruchtig-würzige Nase mit bereits schönen Reifearomen. Auch am Gaumen fast schon trinkreif: abgerundete Frucht- und Reifearomen, etwas rustikaler und zugänglicher als der «Enigma» aus dem gleichen Jahr. Weniger dicht, dafür bereits jetzt sehr gefällig. Ein eleganter Wein mit guter Balance und Länge, der ab 2021 seine perfekte Genussreife erreichen sollte.
Gesamturteil: Genusswein aus dem Hause Hasler: 17/20 (Potenzial 17,5)
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Trentasei 2003

DOC Merlot del Ticino, Gialdi, Mendrisio
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 125.–
Degustiert: 8/2019
Freudiger: Tolles, tiefdunkles Rubin ohne jede Altersnote. Schön gereifte Nase mit viel Rosinen und leicht anmaderisierter Holzwürze. Am Gaumen betörend tiefgründig, sehr vielschichtig, breitschultrige Frucht, sehr stoffig, auch im Mundgefühl grosse Klasse. Wahnsinnig viel Extrakte, erstaunlich vife Säure. Irgendwo zwischen Pomerol und Kalifornien einzuordnen. Wirkt am vorderen Gaumen zunächst vollkommen trinkreif, aber im Abgang heisst es dann forsch: Zuwarten!
Gesamturteil: Wird seinem guten Ruf vollauf gerecht. 18,5/20
Kaletsch: Tiefdunkles, fast schwarzes Rubin. Fruchtig-reife Nase im Bordeaux-Stil mit rosinigen und ersten minimal-oxidativen, animalischen Anklängen sowie schöner Eichenholzwürze. Am Gaumen unglaublich straight: dicht, stoffig und unendlich lang. Ein Powerwein in Babykleidern, der sicher noch 20 Jahre gelagert werden kann! Ganz am Anfang seiner Genussreife.
Gesamturteil: Ein Weltklassewein mit 36 Monaten Barrique-Ausbau. 18+/20 (Potenzial 19–)
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ENIGMA (Les Palins) 2017

Weinkellerei Hasler, Alfermée
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2017
Preis: CHF 32.–
Bezugsquelle:

Haslerwein.ch

Degustiert: 8/2019, eingereicht von der Weinkellerei Hasler
Freudiger: Klassischer Schweizer Pinot-Look mit aufhellenden Rändern. Typische Pinot-Nase, leicht stinkig. Dann aber sehr viel Stoff, gut gebaut, komplexe Aromatik mit viel Frucht, etwas Erdbeere, aber auch Brombeeren und eingekochte Zwetschgen. Öffnet sich langsam am Gaumen. Holz sehr schön eingebunden. Ein eleganter, junger Mann mit Traumschwiegersohn-Potenzial. Nobler und überraschend langer Abgang. Wirkt erstaunlich fertig, zeigt aber dennoch, dass auch in fünf, sechs Jahren noch mit ihm zu rechnen ist.
Gesamturteil: Einzellage am Bielersee, sehr souverän gemacht: 17,5/20
Kaletsch: Helles Mittelrot mit deutlichen ziegelroten Einschlägen. Verhaltene Pinot-Fruchtnase mit dezenter Barriquenote und ersten animalischen Reifearomen. Auch am Gaumen momentan zurückhaltend (reduktiv), lässt aber seine grosse Klasse erahnen: ein schlanker, aristokratisch-eleganter und trotzdem dichter Wein mit beeindruckender Länge und exzellenter Balance, der ohne dominantes Barrique-Toasting auskommt.
Gesamturteil: Ein Klassewein für wenig Geld: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Pinot Noir Unter der Linde 2013

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern, Grand Cru Aarau AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 5/2019, eingereicht von Michel Jaussi
Freudiger: Tiefes, ins Granat spielendes Rubin mit aufhellenden Rändern. Herrliche Nase mit burgundischen Qualitäten, schwarze Schokolade, Kaffee, dunkle Waldfrüchte. Am Gaumen ausserordentlich komplex, viel Struktur, wirkt muskulös. Wunderschöne, voll ausgereifte Frucht, dabei nie aufdringlich. Leichter Rosinen-Touch, etwas Rumtopf, aber dank der tragenden Säure gleichzeitig sehr erfrischend. Macht jetzt schon Spass, hat aber noch Reserven für sicher fünf Jahre.
Gesamturteil: So stellt man sich einen Schweizer top Pinot Noir vor: 18,5/20
Kaletsch: Mittleres Rubin mit helleren Rändern. Verführerische Pinot-Nase mit Röstaromen vom Barrique-Einsatz, viel Beerenfrucht (leicht rosinig) und ersten Anflügen von Reifetönen. Auch am Gaumen ganz im Stil eines guten Burgunders: schlank, elegant und mit toller Balance. Verfügt trotz zurückhaltender Säure über eine beachtliche Länge. Gut spürbare, aber nie störende Tannine und eine traumhafte Extraktsüsse. Degustiert gemeinsam mit Adrian van Velsen von vwine, der in seinem Blog (siehe Link) den gesamten Flight bespricht.
Gesamturteil: Ganz am Anfang seiner Trinkreife: 18+/20
https://vvwine.ch/2019/06/unter-der-linde-in-lengnau
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Unter der Linde 2005

Weingut zur Linde, Michel Jaussi, Sommerhalde-Villnachern Grand Cru AOC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2005
Preis: Ca. CHF 55.–
Degustiert: 11/2018, eingereicht von Mike H.
Freudiger: Dunkles Purpur. Fulminante Pinot-Nase mit Erdbeerenkonfitüre und jeder Menge Himbeeren, auch eichenduftig. Am Gaumen derzeit massiv adstringierende Gerbstoffe, die praktisch jede Frucht verunmöglichen – falls sie denn da ist. Substanz ist wohl vorhanden, aber auch nur zu erahnen. Säure sehr okay. Viel zu viel Holz, wirkt insgesamt gemacht. Nach Belüftung etwas zugänglicher.
Gesamturteil: Wenn er bloss hielte, was die Nase verspricht… : 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Granat, das an den Rändern ins Bräunliche übergeht. Traumhaft reife Pinot-Nase im Stile eines Top-Burgunders, mit den gewünschten animalischen Anflügen. Am Gaumen viel Säure und Gerbstoff, sehr schlank. Klassisch vinifiziert und sehr lang, am Ende ins Bittere kippend. Zuviel Holz für dieses Traubengut? Oder zu viel Extraktion?
Gesamturteil: Grosse Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen: 15,5/20
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Les Rissieux 2012

Neuchâtel AOC, Domaine de la Rochette, Jacques Tatasciore, Cressier
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 75.–
Degustiert: 10/2018
Freudiger: Dunkel funkelndes Rubin. Duft nach Erdbeergelee und Kräutern am Wegrand nach einem Sommerregen. Begleitet von ebenso prägnanten wie perfekten Holznoten. Auch der Gaumen ist geprägt vom Neuholz. Viel Holz. Für mich zu viel Holz. Darunter lodert aber ein dichtes, intensives Pinot-Feuer, ausserordentlich dicht gewoben, komplex mit schwarzen Kirschen. Könnte in einigen Jahren grossartig sein, ich sehe Potenzial für 18 Punkte, wenn nicht mehr – falls sich die Barriquenoten tatsächlich einfügen.
Gesamturteil: Im aktuellen Zustand nur für Biber und andere Eichenraspler: 16/20
Kaletsch: Mittleres Granatrot, eher dunkel für einen Pinot Noir. Opulente Nase mit Frucht und viel Eichenholzwürze. Am Gaumen breite Aromatik, viel Frucht, viel Extrakt und feine Tannine. Ein exzellenter Pinot im Barrique-Stil schweizerischer Prägung, perfekt ausgewogen und mit grosser Lagerfähigkeit. Ein rarer Tropfen eines Winzers mit Weltklasseniveau.
Gesamturteil: Für Liebhaber von Barrique-Pinots: 17,5/20 (Potenzial 18+)
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Trocla Nera 2009

Weingut zur Sonne, Christian Obrecht, Jenins, AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100% Pinot Noir
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 30.–
Degustiert: 9/2018
Freudiger: Kerniges Purpur mit aufhellenden Rändern. Wundervoller Pinot-Duft; der Eichenfassausbau ist sehr präsent aber wunderschön mit Kaffee- und Schokoladenoten sowie kaltem Kaminrauch. Fester, gradliniger Auftritt, sehr viel Frucht, sehr viel Eiche, aber herrlich eingebunden, rund und harmonisch. Ungemein frisch, komplex, würzig. Herrschaft at it’s best! Erreicht gerade seine Trinkreife, ich würde trotzdem erst in fünf Jahren wieder probieren.
Gesamturteil: Für meinen Gaumen einer der besten Herrschäftler seit langem. 18/20
Kaletsch: Recht tiefes Ziegelrot mit Purpurtönen. Traumhafte Pinot-Nase mit Röstaromen vom Eichenholz, Kaffee, Frucht und Reifesüsse. Beeindruckende Struktur. Am Gaumen zeigt sich die perfekte Balance. Der Barrique-Ausbau ist zwar markant, aber das Holz ist perfekt integriert. Ein Wein ohne Fruchtopulenz, aber mit wunderbarer Länge. Schon jetzt ein Trinkspass!
Gesamturteil: Ein Pinot im Barrique-Stil, wie ich es liebe. 17,5/20
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Balino 2002

Cantina Kopp von der Crone, Castel San Pietro, Vino da tavola della Svizzera Italiana
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 95% Merlot, 5% Arinarnoa und Cabernet Sauvignon
Jahrgang: 2002
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 06/2018
Freudiger: Dunkles Rot mit Braunreflexen. Verhaltene Nase mit leisen Kellertönen, etwas dumpf, eingemachte Pflaumen. Süsser, vollreifer Start, danach eher von schlanker Statur, noch etwas Säure und etwas Frucht, irgendwo huscht noch ein bisschen Minze vorbei. Erneut der Eindruck von eingemachten dunklen Früchten. Leder, Zimt, Lakritze, in Fleischsuppe übergehend. Der Wein hat seine Spannkraft verloren, zeigt aber noch Grösse.
Gesamturteil: Für mich leider over the top 16/20
Kaletsch: Dunkles Purpur mit bräunlich-orangen Reflexen. Schöne Bordeauxnase mit Waldboden-, Tabak- und Lederaromen. Am Gaumen noch viel Power und Extrakt, präsente Gerbstoffe, aber nur noch wenig Frucht. Am Ende leichte Bitternoten. Ein klassischer, straighter Wein im Bordeaux-Stil in perfekter Trinkreife.
Gesamturteil: Genusswein zum Dekantieren 18–/20
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Comte de Peney 2003

Domaine des Balisiers, Peney, Vin Suisse de Pays
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 2/3 Cabernet Sauvignon, 1/3 Cabernet Franc
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 28.–
Degustiert: 5/2018
Freudiger: Dunkles, kerniges Bordeauxrot mit aufhellenden Rändern. Vielversprechende, frische Cabernet-Nase mit Brombeeren, Cassis und etwas Leder. Wuchtig-gehaltvoller, dennoch subtiler, geradezu aristokratischer Auftritt. Komplexer Gaumen, ausgewogener Körper, etwas Minze, wiederum viel Frucht, tiefgründig. Gegen Schluss treten körnige, austrocknende Tannine auf. Am Anfang der Trinkreife, derzeit ein perfekter Essensbegleiter.
Gesamturteil: Ehrlich? Blind? Ein Bordeaux! 17+/20
Kaletsch: Tiefdunkles Purpur, fast ohne bräunliche Reflexe. In der Nase schöne Bordeaux-Aromatik mit Tertiäraromen und minimalem Anflug von Oxydation. Am Gaumen rund und ausgewogen mit wachen, am Ende austrocknenden Tanninen ohne Bitternoten. Erinnert an grosse Cabernets aus den USA und Blends aus dem Bordelais.
Gesamturteil: Grosse Klasse aus dem Kanton Genf! 17,5/20
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Saint Laurent Johanniterkeller 2009

Johanniterkeller, Martin Hubacher, Twann, Lac de Bienne
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % St. Laurent
Jahrgang: 2009
Preis: Ca. CHF 35.-
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Düsteres Rubin. Verhaltenes Bouquet mit Sauerkirschen und kräuteriger Würze. Wundervolles Mundgefühl gleich zu Beginn, dann dicht und substanziell, von aristokratischer Eleganz. Wucht und Finesse gleichzeitig. Würzig-frisch, erneut Kirschen ohne Ende. Nach wie vor etwas Holz und Gerbstoffe, die sich aber langsam vollends einbinden. Im Abgang eine ganz leise Enttäuschung.
Gesamturteil: Herrlich unangestrengt. Einer meiner Lieblingsweine. 18+/20
Kaletsch: Rubinrot mit bräunlichen Reflexen. Wunderbar reife und würzige Nase: fruchtig und rund. Am Gaumen eine äusserst breite Aromatik, viel Extrakt und noch markante (aber filigrane) Gerbstoffe. Am Anfang seiner Trinkreife: Bereits jetzt ein Genuss, aber ich weiss aus Erfahrung, dass er durch längere Lagerung noch einen Punkt zulegen wird. Ein Meisterwerk und ein echter «Vin de garde».
Gesamturteil: Etwas vom Besten am Bielersee. 18/20 (Potenzial 19!)
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Vinattieri 2006

Vinattieri, Ligornetto, Merlot del Ticino DOC
Rubrik: Ausnahmeweine
Trauben: 100% Merlot
Jahrgang: 2006
Preis: Ca. 120.–
Degustiert: 4/2018
Freudiger: Tiefes, jugendliches Rot mit hellen Rändern. Ausladendes Bouquet mit Cassis, Schokolade und Espresso. Frischer, sehr lebendiger Gaumen, Wagenladungen mit Früchten, Zwetschgen, schwarze Kirschen, dabei nicht eine Spur üppig, vielmehr von betörender Subtilität. Ellenlanger Abgang mit würzigen Noten. Runde aber sehr präsente Gerbstoffe sorgen für Potenzial für weitere Jahre und einen ganzen zusätzlichen Punkt. Hätte blind einen Top-St- Emilion vermutet.
Gesamturteil: Grosses Kino! 18,5/20
Kaletsch: Dunkles Rubin. Traumhafte, überreife und opulente Nase, fruchtig und leicht alkoholisch. Was will man punkto Bouquet mehr? Am Gaumen unglaublich lang, schöne Frucht, viel Extraktsüsse und noch gut spürbare, feine Tannine. Ein Monumentalwein, der ganz am Anfang seiner optimalen Trinkreife steht und zweifellos noch mindestens einen halben Punkt zulegen wird.
Gesamturteil: Fraglos ein Weltklassewein! 18,5/20
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Jeninser Blauburgunder «Mariafeld» 2003

Von Tscharner Schloss Reichenau, AOC Graubünden
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Pinot Noir (Mariafeld-Klon)
Jahrgang: 2003
Preis: Ca. CHF 40.–
Degustiert: 2/2018
Freudiger: Dichtes, tiefgründiges und erstaunlich jugendliches Rot. In der Nase noble Brombeerwürze. Am Gaumen dickflüssig mit einer etwas kitschigen Süsse. Gewaltige Dichte und Struktur. Eine überkonzentrierte Keule mit verblüffender Amarone-Aromatik. Rosinen, Pflaumenkompott. Beeindruckende Länge, keinerlei Altersnoten. Ich kann verstehen, wenn jemand diesem Wein sehr hohe Punkte gibt.
Gesamturteil: Mir scheinen jegliche Eleganz und Sortentypizität zu fehlen. 15/20
Kaletsch: Mittelhelles Purpurrot. Wunderbar reife Pinot-Nase mit Frucht und schöner Toasting-Aromatik vom Barrique, sehr burgundisch. Am Gaumen dicht, dank der Säure äusserst lang und mit viel Extraktsüsse. Ein Monumentalwein aus einem «Traubenkocher»(Föhn)-Jahr, dem das Alter nicht anzumerken ist. Trotz Konzentration und hohem Alkoholgehalt (16,6%) nicht mastig, sondern durchaus elegant. Ein echter Genuss!
Gesamturteil: Aufregende Laune der Natur. 18/20
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Vogelsang 2013

Gromann & Söhne, Bielersee AC
Rubrik: Klasseweine
Trauben: 100 % Pinot Noir
Jahrgang: 2013
Preis: Ca. CHF 70.–
Degustiert: 2/2018, eingereicht von Guy Lorétan
Freudiger: Nach 2010 und 2011 erst der dritte Jahrgang – und bereits eine Legende. Aufhellendes Granat. Sehr sortentypisches Bouquet, mit Belüftung immer burgundischer, derzeit allerdings vom Holz zugedeckt. Reintönige Frucht im Auftakt, hält aber dann das Versprechen nicht. Schöne Säure aber kaum Struktur, kein Biss, wenig Druck. Mittellanger Abgang mit vielversprechenden Tanninen. Aber ist genügend Substanz da zum Lagern?
Gesamturteil: Durchaus als Bielersee-Pinot erkennbar; wohl ein schwieriges Jahr. 17+/20
Kaletsch: Helles, frisches Rubinrot. Extrem vielversprechende Nase mit wunderschönen Fruchtaromen und allem, was man sich von erstklassigem Barrique-Einsatz wünscht. Sehr elaboriert! Am Gaumen leichte Ernüchterung: Ein Wein, der zwar perfekt abgerundet ist, dem aber die Pinot-spezifische Nervigkeit, die Eleganz und vor allem die Länge etwas abgehen. Eher leicht und nicht so burgundisch, wie das Bouquet glauben macht.
Gesamturteil: Da ist mehr möglich. 17+/20
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Grain Cornalin 2012

AOC Valais, Marie-Thérèse Chappaz, Fully
Rubrik: Klasseweine
Trauben: Cornalin du Valais
Jahrgang: 2012
Preis: Ca. CHF 50.–
Degustiert: 11/2017
Freudiger: Dunkles Granat. Verhaltene Nase mit Leder und anderen Tertiäraromen; etwas Marzipan, Andeutung von roten Früchten. Dann ein gewaltiger Auftritt, tolle Struktur. Waldboden, Pferdestall, dazu kernige Gerbstoffe. Nach Belüftung erscheinen Fruchtnoten (Pflaume). Bereits rund, dürfte sich aber noch weiterentwickeln. Indes: Die verwirrende Kombination von Tertiäraromen und leicht grünen Gerbstoffen lässt mir die Zukunft dieses Weines etwas ungewiss erscheinen.
Gesamturteil: Unbedingt karaffieren! 17/20
Kaletsch: Sehr dunkles Purpur. Dichte, aufregend andersartige Nase mit grasigen Gerbstoffanflügen. Oh, yes! Am Gaumen eine echte Offenbarung: dicht, extraktreich und konzentriert. Maskulin, ungeschönt und kompromisslos vinifiziert mit austrocknenden Tanninen am Ende. Darf gerne noch älter werden.
Gesamturteil: Ein wilder, aufregender Geselle! 17+/20
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